Roisdorf - "oss Dörp"!
Herzlich willkommen bei den Heimatfreunden Roisdorf!
Sie finden hier allerhand Historisches und Aktuelles zu unserem Heimatort im Vorgebirge - und natürlich auch manches zu unserem Verein und seinen Aktivitäten.
Die ehemalige Obst- und Gemüseversteigerung in Roisdorf - ein akut gefährdetes Denkmal der Identität des Ortes Roisdorf, des Vorgebirges und der Region. Die Heimatfreunde kämpfen für einen Erhalt der historischen Fassade einschließlich der ehemaigen Kantine, der heutigen "Marktscbänke", der letzten Gaststätte in Roisdorf.
Fassade heute
Fassade 1930er Jahre
Das in der Presse angesprochene „Ringen" betrifft nicht nur die letzte verbliebene Gaststätte in Roisdorf, sondern nicht weniger die ganze, einst repräsentative Fassade der ehemaligen genossenschaftlichen Obst- und Gemüseversteigerung im Roisdorfer Rosental. Diese befindet sich heute in einem beschämenden Zustand. Zwei Drittel der Fassade sind dabei im Eigentum der Stadt Bornheim, ein Drittel gehört dem EDEKA-Fruchtkontor, einschließlich der Gaststätte Marktschänke. Nun steht angesichts von Planungen beider der Abbruch bevor und ganz Roisdorf ist in Aufruhr.
Nach Auffassung der Heimatfreunde Roisdorf besitzt das Ensemble auch nach dem Funktionsverlust des Geländes im Jahr 2025 jedoch einen hohen Denkmalwert. Das langgestreckte, zur Bahnstation Roisdorf hin ausgerichtete Gebäude, die markante Backsteinfassade aus den späten 1920er und 1930er Jahren, sie dokumentiert in einzigartiger Weise den Übergang von kleinbäuerlicher Direktvermarktung zu einer modernen, genossenschaftlich organisierten Agrarwirtschaft. Es bildet damit ein herausragendes Zeugnis der landwirtschaftlichen, wirtschaftlichen und verkehrsgeschichtlichen Entwicklung des Vorgebirges und des Rheinlands im 20. Jahrhundert.
Die Heimatfreunde Roisdorf haben sich daher im Januar 2026 mit einem ausführlichen mit Fakten begründeten Antrag an den Bürgerausschuss der Stadt Bornheim und an das zuständige LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland für die Unterschutzstellung eingesetzt. Eine Antwort auf das Schreiben haben die Heimatfreunde vom LVR-Amt bis heute nicht erhalten. Lediglich eine knappe ablehnende Stellungnahme hat die Stadt Bornheim und den Roisdorfer Gewerbeverein erreicht. Darin beruft man sich weitgehend auf die frühere Stellungnahme zu einem ähnlich lautenden Antrag der Bornheimer SPD-Fraktion des Jahres 2010.
Dieser Antrag des Jahres 2010 war an den zuständigen Bornheimer Fachausschuss für Denkmalangelegenheiten gerichtet worden und hatte ebenfalls zum Inhalt, die Fassade der Obst- und Gemüseversteigerung, einschließlich der ehemaligen Kantine, in die Denkmalliste einzutragen. Er wurde dort vorbehaltlich der damals erforderlichen Herstellung des Benehmens mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR), einstimmig beschlossen. Der LVR indes lehnte damals dieses Benehmen ab. Heute, nach einer Novellierung des Denkmalschutzgesetzes, ist aber kein „Benehmen", sondern nur noch eine „Anhörung" des LVR notwendig, so dass die städtische Denkmalbehörde inzwischen frei in ihrer Entscheidung wäre.
Der neue Antrag der Heimatfreunde wurde nun am 11. März in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses beraten. Er war verbunden mit der Anregung einer vorläufigen Unterschutzstellung der Backsteinfassade einschließlich der Marktschänke, bis ein auf fachwissenschaftlicher Grundlage erstelltes Gutachten des LVR vorliegt. Hierzu ist diesem eine halbjährige Frist zu gewähren. Gleichwohl lehnte der Ausschuss die vorläufige Unterschutzstellung ab. Obwohl die EDEKA bislang noch keine Baugenehmigung hat, befürchten die Stadtverwaltung und der Bürgermeister Regressansprüche des EDEKA-Fruchtkontors, dies aufgrund bereits eingegangener Absprachen.
Der Bornheimer Ratssaal war wohl noch nie so gefüllt wie bei dieser Sitzung. An die 300 Bürger aus Roisdorf und Umgebung, denen vor allem der Erhalt der Marktschänke am Herzen liegt, waren Aufrufen hierzu u.a. in den sozialen Medien gefolgt, eine Online-Petition mit mehr als 2.000 Unterschriften war voraufgegangen. Sie waren dementsprechend enttäuscht von der ablehnenden Haltung der Stadt.
Immerhin scheint die Stadt Bornheim nun begriffen zu haben, worum es der Bürgerschaft geht. Es zeigten sich unabhängig von den denkmalrechtlichen Fragen gute Ansätze für einen erfolgreichen weiteren Weg. So kündigte der Bürgermeister erneute Gespräche mit der EDEKA für eine einvernehmliche Lösung an, zum anderen gab es neue Ideen für ein Kultur- und Begegnungszentrum im städtischen Teil der Anlage hinter dem stattlichen Haupteingang der Fassade, was nun umgehend in der Organisationsform eines Fördervereins, etwa eines „Roisdorfer Marktkontors", angegangen werden sollte.
Wir bleiben also dran!
Hier ein die Bedeutung der historischen Fassade der Versteigerung betonendes Statement des Roisdorfer Ortsvorstehers Karl-Heinz Nauroth [99 KB]
Eine ausführliche Darstellung der Entwicklung der Roisdorfer Obst- und Gemüseversteigerung und ihres Denkmalwertes finden Sie hier [4.260 KB]
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Kalender "Roisdorf - wie es war" 2026
Natürlich gibt es auch wieder den von den Heimatfreunden Roisdorf herausgegebene Kalender "Roisdorf - wie es war". Sie finden darin allerhand Abbildungen von historischen Gebäudem sowie aus dem Dorfleben in vergangener Zeiten!
Der Kalender ist für 15,- € erhältlich in der Markus-Apotheke im Suti-Center sowie bei der Birgits Friseur Team inder Brunnenstraße 104, oder bei den Mitgliedern der Heimatfreunde Roisdorf.
Einen Einblick in den Kalender gibt es aber natürlich auch hier.
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