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Der Bildhauer Walter Schoneweg

Im Vorgebirge präsent nicht nur mit dem Roisdorfer Sebastianus-Relief

Torhaus der Bornheimer Burg

Das Vorgebirge wurde in der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg zur Heimat von Personen, die durch ihr künstlerisches Wirken auf die nähere und weitere Umgebung ausstrahlten. Nicht zuletzt beherbergte das Bornheimer Schloss bedeutende bildende Künstler. Neben dem Maler Hann Trier, der sich als Mitglied der Alfterer „Donnerstag-Gesellschaft“ für die Rehabilitierung der zuvor verfemten abstrakten Malerei einsetzte, arbeitete im Torhaus ein bemerkenswerter Bildhauer, dessen Werke, wenn auch die völlige Abstraktion meidend, nicht weniger dazu beitrugen, den Anschluss der deutschen an die internationale Kunstentwicklung wiederherzustellen: Walter Schoneweg, dem der Krieg das Berliner Atelier geraubt und einen Großteil seines Werkes vernichtet hatte. 50 Jahre lang, von 1945 bis zu seinem Tode im Jahre 1995, sollte er in Bornheim wirken, wo heute eine Straße im Neubaugebiet an ihn erinnert.

Walter Schoneweg bei der Arbeit. Zeichnung von Hugo Weischel um 1950

Walter Schoneweg, Ölbild von Karl Rumpel 1926

Geboren wurde Walter Schoneweg am 12. September 1907 als zweiter Sohn des Bergmanns Wilhelm Schoneweg und seiner Frau Emma in Marten bei Dortmund, mithin in einem vom Bergbau geprägten Milieu. Nach dem Besuch der Realschule absolvierte er bis 1924 eine Tischlerlehre, bevor er als Maurervolontär am Bau arbeitete. Im Jahre 1925 verließ er Dortmund, um in der Schreinerei eines Onkels im pommerschen Treptow an der Rega zu arbeiten.

"Der Wucherer"

In der Werkstatt des Onkels, in der sich Bildhauer und Kunstmaler trafen, bahnte sich der Wechsel vom Handwerker zum Künstler an. So beschäftigte sich Schoneweg bald mit Schnitzereien, wobei er ihn der Holzbildhauer Max Uecker, der sein Talent erkannte, in den Jahren 1926 und 1927 anleitete. Auf Empfehlung Ueckers bewarb er sich 1928 bei der Berliner Akademie der Künste um eine Ausbildung im Fach Holzbildhauerei. Sein Bewerbungsstück, die Holzplastik „Der Wucherer“, wurde in der Stettiner Abendpost als Werk eines jungen Pommern vorgestellt: „Bewundernswert ist die starke Ausdruckskraft, die der Künstler dem spröden Material abgewonnen hat.“

Ehrenmal in Dortmund-Marten

In Berlin wurde Schoneweg zunächst Schüler von Otto Hitzberger, bevor er bei Ludwig Gies studierte, der einem größeren Publikum später durch den Adler im Plenarsaal des Deutschen Bundestags bekannt werden sollte. Als Meisterschüler von Gies schloss er 1937 sein Studium ab. Gleichwohl vergaß Schoneweg seine Herkunft nicht: 1936 schuf er ein Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Söhne seines Heimatortes Marten. Das Relief der Rückseite zeigt einen Trupp in den Krieg ziehender Soldaten samt Reiter, das der Vorderseite ein totes Pferd und einen den erschossenen Kameraden aus dem Stacheldrahtverhau bergenden Soldaten. Bemerkenswert erscheint die zurückhaltende Gestaltung, die das sonst übliche Pathos der nationalsozialistischen Zeit vermeidet und auch heute eine abschreckende Mahnung gegen den Krieg bildet.

Bis zum Jahre 1940 arbeitete Schoneweg als freischaffender Bildhauer in Berlin, bevor man ihn zum Kriegsdienst in der Wehrmacht einzog. Er absolvierte seine militärische Ausbildung an verschiedenen Orten in Deutschland und wurde unter anderem auch in Bornheim eingesetzt, wo er Landwirte in der Bedienung der Flakstellungen am Römerhof oberhalb Brenigs zu unterweisen hatte. Hierbei erwarb sich der Unteroffizier die Achtung der sog. „Wehrbauern“ des Vorgebirges. Nach einem Einsatz an der Ostfront kehrte er Ende 1944 in den Westen Deutschlands zurück. In Rösrath im Bergischen Land leitete er eine Gruppe von jungen Frauen an, die eine Scheinwerferstellung der Fliegerabwehr bediente. Leiterin der Gruppe war Eleonore Hahn, die später seine Ehefrau werden sollte.

Zeichnung von Mitgefangenen in Wickrath 1945

Zunächst jedoch geriet Schoneweg im April 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft, mussten er und seine Kameraden in Kreuznach-Wickrath unter freiem Himmel in Erdlöchern bei grassierenden Krankheiten und mangelhafter Verpflegung hausen. In einer Reihe von Bleistiftzeichnungen dokumentierte er das elende Leben der Gefangenen. Im Juli 1945 wurde er entlassen.

Evangelisches Pfarrhaus und Kirche Bornheim

Eine Rückkehr nach Berlin war nach der Zerstörung seines Ateliers durch Bomben sinnlos, gleichfalls die ins Ruhrgebiet, wo die elterliche Wohnung ebenfalls zerstört worden war. Selbstverständlich war auch der Weg in das nun polnisch verwaltete Pommern verschlossen. Bereits im August 1945 begab sich Schoneweg nach Bornheim, das nicht nur den Vorteil der nahen Städte Bonn und Köln hatte, was Möglichkeiten zur künstlerischen Tätigkeit versprach, sondern dessen Menschen er zudem kennen und schätzen gelernt hatte. Er bezog so in der Königsstraße ein Zimmer bei der Witwe eines Schreinermeisters, dessen Werkstatt er für seine Arbeit nutzen konnte. 1946 schloss er mit der Eleonore Hahn die Ehe, aus der drei künstlerisch gleichfalls hochbegabte Kinder, Anka, Harald und Lydia, hervorgehen sollten. Die junge Familie lebte im Pfarrhaus bei der kleinen evangelischen Kirche, an der Eleonore Schoneweg, neben ihrer Tätigkeit als Pianistin und Musiklehrerin, als Organistin wirkte.

Arbeit an einem Modell der Martins-Plastik

Schoneweg schloss sich der Künstlergruppe Bonn an, die aus dem früheren Bonner Künstlerbund hervorgegangen war und an der sich auch Künstler des Alfterer Kreises wie Hann Trier, Josef Faßbender, Hubert Berke oder Ernemann Sander beteiligten. In seinem Atelier im Torhaus der Bornheimer Burg führte er in den folgenden Jahren zahlreiche bildhauerische Arbeiten ganz unterschiedlicher Art für öffentliche und private Auftraggeber aus. Ein ihn besuchender Journalist des Bonner General-Anzeigers zeigte sich 1953 beeindruckt: „An den Wänden stehen bunt durcheinander gewürfelt fertige und angefangene Plastiken, unbehauene Holzklötze und mit Gips gefüllte Papiersäcke.“ Er porträtierte Schoneweg bei der Arbeit an einer Plastik, die den hl. Martin von Tours darstellte. Die Steinguss-Plastik schmückt noch heute die Außenwand der Rheinbacher Pfarrkirche St. Martin.

Martins-Relief der Bonner Münsterschule

„Kunst am Bau“ sowie Kunst im öffentlichen und im sakralen Raum sollten denn auch Schwerpunkte der Arbeit Schonewegs bilden. Eine monumentale, 4,5 m hohe Martinsdarstellung gab nach einem ausgeschriebenen Wettbewerb die Stadt Bonn für die Außenwand der neuen Münsterschule an der Lennéstraße bei ihm in Auftrag. Auch diese reliefhafte Plastik, deren Enthüllung am Martinstag 1953 erfolgte, am „Fest der Kinder“, wie die Presse schrieb, wurde im Steinguss ausgeführt, für den er ganz eigene Techniken entwickelt hatte.

Marienstatue auf dem Kölner Marienplatz

Bereits bei diesen Arbeiten zeigt sich der für Schoneweg charakteristische Stil: Die Figuren sind auf das Wesentliche reduziert, vermeiden realistische Details. Sie weisen weiche und gerundete Formen auf, erscheinen dabei hoch und schlank. Figurengruppen verschmelzen. Dies gilt nicht nur für die Steinguss-Arbeiten, sondern ebenso für die Skulpturen aus dem von ihm bevorzugten Muschelkalk, etwa für die Muttergottesstatue des Brunnens auf dem Kölner Marienplatz, die in ihrer noblen Schlichtheit ohne jegliches Hoheitsgebahren oder unangemessene Lieblichkeit auskommt.

Aus Muschelkalk gestaltete Schoneweg einige Reliefs in heute zur Stadt Bornheim gehörenden Orten. So schuf er 1956 für die Herseler Volksschule ein Relief mit der Darstellung des Pfarrpatrons, des Einsiedlerheiligen St. Aegidius samt der ihm als Attribut zugewiesenen Hirschkuh. Für die neuerbaute Volksschule Roisdorf fertigte er 1962 in ganz ähnlicher Weise eine Darstellung des hl. Sebastian, des Patrons der Roisdorfer Pfarrkirche. Das Relief zeigt den jungen Heiligen vor einem Gebüsch oder Baum kniend, die auf ihn abgeschossenen Pfeile erwartend. Seine Haltung ist standfest, das Gesicht mit gefasstem Ausdruck gen Himmel gewandt. Die Darstellung zeichnet sich durch eine klare, wenig detaillierte Zeichnung aus. Sie ist flächig, es gibt kaum Tiefen oder gar Unterschneidungen. Die Oberfläche des grauen Steins ist rauh belassen – all dies charakteristische Merkmale, wie sie auch bei anderen Arbeiten Schonewegs, etwa beim Herseler hl. Aegidius, zu beobachten sind. Am Fuße des lichtdurchfluteten Treppenhauses der Schule platziert, strömen täglich Scharen fröhlicher Kinder an der Darstellung des Heiligen vorbei, der später der „Sebastian-Grundschule“ ihren Namen geben sollte und dessen mutiges Eintreten für seine Überzeugungen ihnen als Vorbild für ihr Leben zu dienen vermag.

Sebastianus-Relief in der Roisdorfer Sebastian-Schule

Wandbild "Obsternte"

Bezüge zum Leben der Schüler, Motive aus dem Dorf, auf das man durch die großen Fenster blicken konnte, sollten auch die beiden großflächigen Wandbilder aufweisen, mit denen gleichzeitig die oberen Teile des Treppenhauses ausgeschmückt wurden. Sie haben Szenen aus der Landwirtschadt in dem für seine zahlreichen Gemüse- und Obstkulturen berühmten Vorgebirge zum Thema. Viele Kinder halfen damals noch bei der Arbeit auf den Feldern und in den Gärten. Man sieht auf dem unteren Bild Menschen beim Ernten der Feldfrüchte sowie einen Apfelpflücker und das Beladen eines Fuhrwerks mit Obststeigen, die wohl für die Roisdorfer Obst- und Gemüseversteigerung bestimmt sind. Dass ein Fuhrwerk von einem Esel gezogenen wurde, war allerdings auch bereits zu Beginn der 1960er Jahre Erinnerung an eine längst vergangene Zeit. Als der „letzte Esel des Vorgebirges“ wurde die Darstellung daher gerne bezeichnet.

Wandbild "Frühstückspause"

Bei ihrer Frühstückspause unter den Obstbäumen zeigt das obere Bild dann die Bauernfamilie, wobei auch die Fütterung der Pferde, die wohl gerade einen Pflug gezogen haben, nicht vergessen wird. Für die Mitwirkung an dem Projekt der Wandbilder hatte Schoneweg den Godesberger Maler Paul Magar und den Bildhauer Theodor Uhlmann gewonnen. Nach Entwürfen Schonewegs führte Magar die Malerei in blassen, pastellartigen Farben aus. Die Bilder sind in ihrer Wirkung rauh, erscheinen fast wie Wandteppiche. Als ein Dreiklang, unter dem das Leben des Landmenschen steht, wurden das Sebastianusrelief und die beiden Wandbilder in einem Artikel der Bonner Rundschau interpretiert: „Glaube, Fleiß, und Unser täglich Brot“.

Denkmal für gefallene Obstbau-Schüler

Zur Kunst im öffentlichen Raum, die Schoneweg in seiner Bornheimer Zeit schuf, gehören auch zwei Ehrenmäler für die Opfer der Weltkriege. Das 1959 aus rohen Blöcken von Muschelkalk gefertigte Kriegerdenkmal in Widdig erinnert dabei an das Martener Denkmal von 1936. Der Körper des gefallenen Soldaten, von Inschriften umgeben, ist nur flach in den Stein geschnitten, in seinen Umrissen lediglich angedeutet. Auch hier fehlt jegliches heroische Pathos. Gleiches gilt für das Denkmal, das der Verein der Schüler der ehemaligen Roisdorfer Gemüse- und Obstbauschule bei ihm in Auftrag gab und das an ihre im Zweiten Weltkrieg gefallenen Kameraden erinnern sollte. Die Trauer wird hier symbolisiert durch ein seinen Kopf senkenden Pferd. Ursprünglich auf dem Gelände der Schule, der Villa Anna im Roisdorfer Oberdorf aufgestellt, wurde das Ehrenmal zur Obst- und Gemüseversteigerung, dem heutigen Centralmarkt in der Ebene auf dem sog. „Dörnchen“, verbracht.

Ausstattung der neuen Bornheimer evangelischen Kirche

Fehlt bei den Ehrenmälern der religiöse Bezug, so ist die Sakralkunst, insbesondere die Kirchenausstattung, dennoch ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit Schonewegs. So schuf er 1962/63 Altar, Kanzel und Taufstein der neuen evangelischen Kirche von Bornheim, ebenso die Ausstattung der evangelischen Kirche von Hemmerich sowie ein hölzernes Kreuz für die Friedhofskapelle in Sechtem. Auch für die Jesus- und Aposteldarstellungen der Fenster der alten evangelischen Kirche zu Bornheim lieferte Schoneweg die Entwürfe. Die unaufdringliche Schlichtheit der Formen, die seine Reliefs charakterisiert, ist auch hier Programm.

Antoniusstatue der Roisdorfer Pfarrkirche

Für die alte katholische Pfarrkirche in Roisdorf schnitzte er einen hl. Antonius von Padua, den beliebten franziskanischen Heiligen, der anders als sonst üblich nicht den Jesusknaben auf seinen Armen trägt, vielmehr einen Jungen an seiner Hand hält und einer vor ihm knienden Frau mit Säugling ein Brot reicht – ein Bild der christlichen Nächstenliebe und Mildtätigkeit. Entsprechend wird das Spendenkästchen, das sich bei der Statue im Vorraum eines der Eingänge der neuen Kirche befindet, gerne bestückt. Dass es sich hier um ein Werk Schonewegs handelt, dürfte heute den allerwenigsten Kirchenbesuchern bekannt sein.

Bronzeplastik der Tochter Anka, 1958

Freie Plastiken und Statuen mit weltlicher und religiöser Thematik, Bildnisbüsten von Freunden und Bekannten, aus Holz, Gips, Steinguss und Bronze, sind aus der aus gesamten Zeit seines Wirkens seit den späten 1940ern bekannt. Vieles, was er im privaten oder öffentlichen Auftrag schuf, ist bislang noch nicht dokumentiert. Die schlanke Silhouette der Figuren, bisweilen an die Traditionen eines Wilhelm Lehmbruck oder Gerhard Marcks erinnernd, deren schlichte, verschliffene Formen, lediglich angedeutete Details, finden sich dabei durchgängig, so, um nur zwei Beispiele herauszugreifen, bei der Bronzeplastik seiner musizierenden Tochter Anka, die er 1956 schuf, oder auch bei der Gruppe des auferstandenen Christus und des zweifelnden Thomas von 1957.

Bronzeplakette Hugo Weischel

Nicht unerwähnt seien zahlreiche Plaketten und Medaillen. Noch im Kriegsgefangenenlager Wickrath porträtierte Schoneweg 1945 den ausgemergelten Maler Hugo Weischel. Den aus Lehm gefertigten Plakettenentwurf nahm er in einem Karton mit, um ihn später in Bronze zu gießen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium vergab 1950 eine von ihm entworfene Medaille für besondere Leistungen. Es folgten Plaketten mit Porträts, etwa von Konrad Adenauer oder von den Schoneweg‘schen Kindern, sowie mit Darstellungen aus dem landwirtschaftlichen Bereich.

Wohnhaus der Familie Schoneweg

Heute noch zieht das markante Haus die Blicke auf sich, das Walter Schoneweg im Jahre 1959 für seine Familie in der Bornheimer Rheinstraße, der heutigen Secundastraße erbaute, und 1962 um einen Atelierbau erweitern ließ. Auch bei den asymmetrisch gegliederten, von langgezogenen Pultdächern gedeckten Teilen des Hauses herrscht die Leichtigkeit und Schlichtheit, die seine bildhauerischen Arbeiten auszeichnet. Schoneweg selbst übernahm eigenhändig wesentliche Arbeiten an dem Bau, der nach seinen Ideen von dem Bonner Architekten Toni Kleefisch geplant wurde und unter der fachlichen Leitung des Roisdorfer Bauunternehmers Theodor Gierlich stand.

Walter Schoneweg vor einer Stele in seinem Wohnhaus, 1987

Mit einer Ausstellung im Kurfürstlichen Gärtnerhaus anlässlich seines 80. Geburtstags verabschiedete sich Schoneweg 1987 von der Künstlergruppe Bonn. Es wurde es stiller um ihn. Er verstarb am 5. November 1995 und wurde auf dem Bornheimer Friedhof, neben seiner früh verstorbenen jüngsten Tochter Lydia, beigesetzt. Verdientermaßen erinnert seit dem Jahre 2001 eine Straße im Bornheimer Neubaugebiet an den Künstler. Anlässlich seines 100. Geburtstags schufen Dr. Dorothee Böttges-Papendorf, deren Familie mit Schonewegs als Nachbarn seit langem verbunden war, und der Rösberger Heimatforscher Willi Hermann eine Erinnerungsschrift, in der Leben und Werk ausführlich dokumentiert werden. Hierzu steuerte Schonewegs betagte Witwe Eleonore noch Bilder, Schriftstücke und nicht zuletzt persönliche Erinnerungen bei.

Beteiligte des Schoneweg-Projekts

Im Jahre 2014 begaben sich drei Schülerinnen der Klasse 4a der Roisdorfer Sebastian-Schule, Anna-Lena, Jasmin und Sabina, auf die Suche nach den Spuren des Bildhauers, begegneten sie doch täglich seinen Werken, dem hl. Sebastian und den Wandbildern, im Treppenhaus ihrer Schule. Begleitet von Margit Baracco, die als Sprachpatin an der Schule wirkte, suchten sie die in Roisdorf und Bornheim befindlichen Arbeiten Schonewegs auf, die zum Teil gar nicht so leicht zu finden waren, wie etwa das Ehrenmal für die Gefallenen der Gemüsebauschule auf dem Gelände des Centralmarkts oder die Antonius-Statue der Pfarrkirche, deren genauen Standort selbst die Pfarrsekretärin nicht auf Anhieb zu benennen wusste. Selbstverständlich schmückten sie auch das Grab Schonewegs auf dem Bornheimer Friedhof mit einem frischen Blumenstrauß. In einer schönen Dokumentation hielten sie die Ergebnisse ihrer verdienstvollen Recherche fest und stellten sie die eigenen Experimente mit bildhauerischen Techniken vor, zu denen die Beschäftigung mit Schoneweg sie angeregt hatte.

All dies trägt dazu bei, die Erinnerung an den Bildhauer zu wahren, der seine Gedanken zur Kunst wie folgt formulierte: „Die Kunst durch Fleiß rechtfertigen zu wollen, entspricht nicht ihrem Sinn, denn die handwerklichen Mühen mit allen ihren Lehr- und Grundsätzen allein bleiben nur Mittel zum Zweck. Die Weissagung ist es, die wie ein Licht jedem wahren Kunstwerk innewohnt, sie offenbart den Sinn des Zweckes und vollendet sich umso mehr in der absoluten Mühelosigkeit.“

Quellen:
- Dr. Dorothee Böttges-Papendorf/ Willi Hermann: Erinnerung an den Bornheimer Walter Schoneweg. Herausgegeben anlässlich des 100. Geburtstags 2007.
- Auf den Spuren des Bornheimer Bildhauers Walter Schoneweg. Ein Projekt der Sebastian-Schule Roisdorf. März - August 2014

Frau Dr. Böttges-Papendorf und Herrn Hermann sei für die Genehmigung zur Verwendung des in der Erinnerungsschrift veröffentlichten Materials herzlich gedankt!