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Wie spricht man Roisdorf korrekt aus? Teil 1: Von den Anfängen bis ins späte Mittelalter Teil 2: Von der frühen Neuzeit bis ins 19. Jh. Teil 3: 20. Jahrhundert bis heute Kurze Geschichte in Reimform Die erste urkundliche Erwähnung Roisdorf unterm Hakenkreuz Roisdorf in der Bundesrepublik Deutschland

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Die Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland

Engagierte Kommunalpolitik für unseren Heimatort

Nach dem Zweiten Weltkrieg ordnete sich unsere dörfliche Gemeinschaft neu. Die örtliche Selbstverwaltung und die Herstellung geordneter Strukturen im heutigen Stadtgebiet waren die vordringlichsten Aufgaben der demokratisch gewählten kommunalen Selbstverwaltung.

Der neue Gemeinderat

Ortsvorsteher und Amtsbürgermeister Hubert Schäfer

Als „Mann der ersten Stunde" wäre als Roisdorfer Bürger zuerst der Landwirt Hubert Schäfer (CDU) zu nennen, der ab 1945 als Roisdorfer Ortsvorsteher, ab 1948 als Amtsbürgermeister und ab 1949 als Gemeindebürgermeister die Weichen einer neuen, demokratischen Selbstverwaltung für unsere Ortschaft und die gesamte heutige Stadt Bornheim stellte.

Aber auch außerhalb der Kommunalpolitik arbeitete Schäfer für Roisdorf. Im Dezember 1951 gründete er mit Heinrich Kühl und dem Lehrer Josef Görtz den ersten Heimatverein Roisdorf. Die Hauptziele des Vereins waren die Pflege der Heimatbräuche und die Förderung des kulturellen Lebens.

Als einer der ersten Aufgaben des neuen Vereins galt es, den Baumblütentourismus in Roisdorf wieder zu neuem Leben zu erwecken. Wie in der Vorkriegszeit sollten die Städteraus Bonn und Köln mit der Bund und der Vorgebirgsbahn nach Roisdorf kommen. Es wurden spezielle Blüten-Wanderwege ausgewiesen und Bänke aufgestellt. Unsere örtlichen Gastronomiebetriebe profitierten als erste davon. Die Hoffnung aber, dass dadurch wie einst auch Sonderzüge aus dem Ruhrgebiet bis ins Vorgebirge eingesetzt würden, erfüllte sich leider nicht. Trotzdem konnte der Heimatverein in den ersten Jahren viel erreichen. Er renovierte die Roisdorfer Friedhofskapelle und organisierte das Maifest sowie das Erntedankfest mit Umzug in Roisdorf. Beim Erntedankfest 1952 fand, wie von einer Lokalzeitung beschrieben, ein Platzkonzert auf dem Vorplatz der Obst- und Gemüseversteigerung statt, welcher einen Tanz unter dem Erntebaum von Mädchen der kath. Volksschule und die Darbietung von Bauernliedern von einem gemischten Schülerchor unter der Leitung des Volksschullehrers Sukopp beinhaltete.

Als erstes Maikönigspaar wurde Käthe Bungartz und Willi Reuter 1952 inthronisiert.

Wie in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts für die Osteuropa-Aussiedler, so war auch nach dem 2. Weltkrieg eine der dringlichsten Aufgaben des Amtes Bornheim, für die vielen Vertriebenen, die bei Bornheimer Familien und in Barackeneine Notunterkunft gefunden hatten, jetzt neue Häuser zu bauen. Im November 1952 gab die Bornheimer Amtsverwaltung grünes Licht für eine neue Siedlung am damaligen Ortsrand von Roisdorf, die Mörnerstraßensiedlung. Es waren acht Doppelhäuser und drei Einzelheime geplant. Jedes Haus hatte einen eigenen Garten für die Selbstversorgung. Ein Haus kostete durchschnittlich 28 000 D-Mark. Insgesamt fanden hier38 Familien eine zweite Heimat. Zu Weihnachten 1953 zogen die ersten Siedler in ihre neuen Häuser ein, zwei Jahre später wurde das letzte Haus bezugsfertig.

Roisdorf erneuert sich

Hubert Schäfer übergibt der Feuerwehr ihr neues Gerätehaus (Foto: © H. Stadier)

Aus der Konkursmasse der ehemaligen Lederfabrik Gammersbach kaufte die Gemeinde Mitte der50iger Jahren ein fünf Morgen großes Stück Land. Hier befanden sich noch einige Gerbgruben der Lederfabrik. Dieser ungenutzte Bereich der ehemaligen Fabrik diente uns Kindern in den 50erjahren als Abenteuer-und Fußballspielplatz.

Hintergrund dieses Kaufs war die Absicht der des Bürgermeisters Hubert Schäfer und der Gemeinderatsmitglieder, dort eine neue Volksschule für uns Roisdorfer Pänz zu bauen. Bedingt durch die wachsende Bevölkerung in Roisdorf und den Kinderreichtum vieler Familien in den 50er und 60er Jahren wurde es eng in der alten Volksschule. Zu der neuen Schule sollten außerdem eine Turnhalle und ein richtiger Dorfplatz für unsere Ortschaft gebaut werden. Auch plante man damals bereits, dort ein neues Feuerwehrgerätehaus zu bauen. Dieses Vorhaben ließ sich aber erst 1966 auf den Gelände des ehemaligen Wohlfahrtshauses gegenüber dem Roisdorfer Kirchturm verwirklichen. Amtsbürgermeister Hubert Schäfer übergab im Dezember1966 dieses neue Gerätehaus seiner Bestimmung.

Zentralbereich Roisdorfsf Ende 1950er Jahre

Diese Jahre waren Aufbaujahre. Die Straßen wurden erneuert, Kanäle wurden verlegt und in viele Häuser konnten die Bewohner erstmals auf ihre „Plumpsklos" verzichten. Der Kiesbelag mancher Dorfstraße wich einer Asphaltfahrbahn und Anliegerstraßen bekamen ihre ersten separaten Gehwege.

Diplomatischer Glanz gelangte in diesen Jahren ebenfalls nach Roisdorf. Nachdem der Bundesregierung das deutsche Gesandtschaftsgebäude in Äthiopien zurückgegeben wurde, kaufte der Bund die Villa Gammersbach an der Brunnenallee mit dem Parkgelände und stellte der Äthiopischen Gesandtschaft 1954 dieses repräsentative Gebäude als neues Domizil für ihre Diplomaten zur Verfügung. So wurde Roisdorf zum Botschaftssitz. Ab dieser Zeit wehte in Roisdorf „die farbenfreudige Fahne des Löwen von Juda" - wie Sepp Trümpener in einer Bonner Lokalzeitung schrieb. Im August 1959 besuchte Äthiopiens Kaiser Haile Selas-sie seine Roisdorfer Residenz. Bürgermeister Hubert Schäfer begrüßte ihn mit einem Blumenstrauß und einem herzlichen Willkommen.

Roisdorf mit dem zentralen Sitz der Obst-und Gemüseversteigerung war bis in die 80er Jahre von der Landwirtschaft geprägt. Die großen Agrarflächen in der Rheinebene und teilweise auch im Hangbereich waren als landwirtschaftliche Vorrangflächen von der Landesregierung ausgewiesen worden. Zwischen den Roisdorfer Straßen Rosental und Maarpfad wurden nach der Flurbereinigung neue große landwirtschaftliche Betriebe errichtet. Eine Gewerbegebiets- oder Wohnbauentwicklung wie heute wäre dort damals undenkbar gewesen. Viele der großen Roisdorfer landwirtschaftlichen Betriebe hatten ins „Feld" ausgesiedelt und ihre Höfe und Hausgärten im Ortskern aufgegeben. Doch die dadurch entstandenen Baulücken waren zu klein um der wachsenden Bevölkerung im Umland der Bundeshauptstadt Bonn weiteren Siedlungsraum anzubieten. Und so beschloss die Gemeindevertretung Bornheim den Bonner Professor Edmund Gassner zu beauftragen, oberhalb von Roisdorf und Botzdorf einen neuen Siedlungskern mit dem Namen „Hennessenberg" auf dem Vorgebirgsplateau zu planen. Hier, auf dem kargen Kiesboden, der für eine ertragreiche Landwirtschaft unnütz war, sollte neuer Wohnraum geschaffen werden. Mit allem was an Infrastruktur notwendig war. Der Landkreis Bonn, der die Planung begleitete, lobte 1966 in seinem Festbuch „150 Jahre Landkreis Bonn", dass hier in landschaftlich schöner Lage ein neues Wohngebiet für 4 bis 5 000 Einwohner geschaffen werde.

Darüber hinaus wurde in diesen Jahren erstmals mit der Planung für einen neuen Zentralbereich zwischen Bornheim und Roisdorf begonnen, der 1968 mit der Grundsteinlegung für ein neues Rathaus seinen Startschuss hörte. Wo das Rathaus steht, da sollte auch zukünftig der Zentralbereich sein. Weder in Bornheim, noch in Roisdorf, sondern genau dazwischen sollte sich die zukünftige Mittelpunktgemeinde Bornheim entwickeln. Da aber seit uralten Zeiten die Ortschaftsgrenze Roisdorf-Bornheim entlang der Knippstraße, dann weiter zum Roisdorf-Bornheimer Bach und von dort bis zum Wohnstift Beethoven verläuft, lag der neue Zentralbereich größtenteils auf Roisdorfer Gebiet, und dies gefiel nicht jedem Bornheimer Ratsmitglied.

Das Ende der Bornheimer Kleingemeinden

Im Jahr 1962/63 wurde im Gemeinderat zum ersten Mal der Gedanke an eine kommunale Neuordnung des Bonner Raumes diskutiert. Rings um Bonn sollte der jungen Bundeshauptstadt Bonn Raum gegeben werden für die expandierenden Ministerien, Bundesbehörden und den diplomatischen Vertretungen des Auslandes.

Der Kölner Regierungspräsident Groben hatte 1962 mit einem Fragekatalog die erste Diskussion über die „Neugestaltung des Bonner Raums" angestoßen.

Für Bornheim mussten Antworten auf die zukünftige Abfallentsorgung, ferner die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, den öffentlichen Nahverkehr, der überörtliche Straßenbau und die weitere Siedlungsentwicklung für den Wohnungsbau gefunden werden.

Auf diese Fragen nahm im Juni 1963 Amtsdirektor Dietz Stellung. In einem Schreiben an den Oberkreisdirektor in Bonn - Bornheim gehörte bis 1969 zum Landkreis Bonn - betonte Dietz, dass man selbstverständlich an einer über gemeindlichen Planung interessiert sei, man diese zukünftigen Gesamtaufgaben aber auch in einem Regionalverband mit einem Teilbereich des Siegkreises erreichen könne. Dietz weiter: „Die Erfassung dieses weiten Raumes ist erforderlich, um auch verwaltungsorganisatorisch... die Zersiedlung des landwirtschaftlich genutzten Gebietes zu verhindern. Ich denke weiter an die im Rahmen einer wirklichen Raumordnung möglichen Ausweisung von großen Erholungsplätzen, etwa der Ausbau des Walberberger Seegebietes oder die Standortfestlegung für Krankenhäuser, für die sich das Plateau des Vorgebirges schon aus klimatischen Gründen sehr gut anbietet. Ebenso steht zur Debatte die Anregung einer neuen Auffahrt zu der verbreiterten Autobahn Bonn-Köln, an der auch hiesige Klein- und Mittelbetriebe sehr interessiert sind". So weitsichtig war schon vor 50 Jahren der Leiter der Bornheimer Amtsverwaltung.

Der Landkreis Bonn stellte daraufhin gemeinsam mit seinen Kommunen Flächennutzung- und Bebauungspläne auf, mit dem Ziel, Mittelpunktgemeinden zu bilden.

Nicht nur Beuel, Bad Godesberg und Duisdorf, auch Alfter und das Amt Bornheim mit seinen drei Gemeinden Bornheim, Hersel und Sechtem blieben aber im Sog der Eingemeindungsdebatte. Das Land NRW hatte eine Sachverständigenkommission gebildet, die 1966 ein Gutachten für die politischen Entscheidungsträger verfasste. Zu diesem Gutachten nahm das Amt Bornheim im April 1967 mit einer Bestandsaufnahme der Bornheimer Infrastruktur Stellung.

Im gleichen Monat noch trafen sich 52 der insgesamt 63 Ratsmitglieder aus den drei Gemeindevertretungen zu einer gemeinsamen Ratssitzung in der Aula der Bornheimer Walrafschule. Unter der Leitung von Amtsbürgermeister Hubert Schäfer diskutierten die Vertreter aller Gemeinden die Ideen aus Düsseldorf zu Neuordnung und Eingemeindungsvorschlägen im Bonner Raum. Im Vorfeld hatte Innenminister Weyer angekündigt, noch im laufenden Jahr dem Landtag einen Vorschlag zur Neugliederung des Bonner Raumes zu unterbreiten.

Einstimmig, bei einer Enthaltung, sprachen sich alle Ratsmitglieder für die Beibehaltung der amtsangehörigen Gemeinden Bornheim, Hersel und Sechtem aus.

Die von der Gutachterkommission empfohlene Neugliederung (Grundtyp B mit Zielrichtung 30 000 Einwohner) sei für die drei Gemeinden, so Dietz, bereits Mitte der 30er Jahre mit der Bildung des Amtes Bornheim freiwillig durchgeführt worden. Daher bestehe schon aus diesem Grund keine Veranlassung, den derzeitigen Zustand durch einen weiteren Zusammenschluss zu ändern. In den drei Gemeinden lebten 1967 insgesamt 32 000 Menschen

Auf keinen Fall wollten aber die Gemeinderatsvertreter und somit die drei Bürgermeister mit jeweils drei Stellvertretern und die die vielen Fraktionsvorsitzenden von Bornheim, Hersel und Sechtem freiwillig ihre Ämter aufgeben. Interessant ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass das Ratsmitglied Walter Blumental aus Bornheim im Januar 1967 seine Ratskollegen aufforderte, aus den drei Einzelgemeinden freiwillig eine Großgemeinde Bornheim zu bilden. Blumental begründete dies gegenüber der Lokalpresse mit den Worten: „Erstens würde die Zahl der gewählten Ratsmitglieder halbiert und zweites würden von zwölf Bürgermeistern, einschließlich der Stellvertreter, neun verschwinden. Die Auflösung des Amtes Bornheim wäre für die Bürger „von (finanziellem) Vorteil". Klar, dass sein so begründeter Antrag keine Mehrheit bei den Ratskollegen fand.

Doch Blumental bekam Unterstützung durch den Vorsitzenden des Rheinischen Gemeindetages Hansen. Hansen riet den drei Bürgermeistern und den Fraktionsvorsitzenden in einem Erörterungsgespräch, sich zu einer Großgemeinde Bornheim zusammen zu schließen, um einer eventuell drohenden Eingemeindung nach Bonn zu entkommen. Der Herseier Bürgermeister Friedhelm Hüppe und Hubert Schäfer widersprachen und hielten an der Amtsverbandslösung und den drei selbständigen Gemeinden fest, ebenso der Sechtemer Bürgermeister Esser. Der Ratsherr und Fraktionsvorsitzende Willi Sechtem meinte sogar, dass schon heute für die Amtsverwaltung, und BürgermeisterSchäferergänzte, auch fürdie Ratsvertreter „in spe", eine Großgemeinde Bornheim nicht mehr überschaubar wäre, worauf Blumental in der Zeitung erwiderte: „Diejenigen, denen schon heute die Übersicht fehle, sollten Platz machen für jene, die die Übersicht besitzen".

Ein neues Rathaus wird gebaut

Rathaus der Gemeinde, später Stadt Bornheim, 1970

Die durch die Neuordnungsdebatte angestoßene Neustrukturierung der Amts- und kommunalen Selbstverwaltung bewirkte, dass Amtsdirektor und Amtsbürgermeister mit den Räten ein neues Verwaltungsgebäude planten. Dafür sollte von den drei Gemeinderäten ein erstes Darlehen von 1.5 Millionen DM bereitgestellt werden. Doch wo soll das neue Rathaus stehen? An der Königstraße waren die Büros der Gemeindeverwaltung auf verschiedene Gebäude aufgeteilt, und nirgends war Platz für ein neues, großes Verwaltungsgebäude mit ausreichenden PKW-Parkplätzen davor. Nach heftigen und kontroversen Diskussionen beschloss der Gemeinderat, eine Fläche zwischen den Orten Roisdorf und Bornheim auszuweisen. „Das Rathaus sollte nicht nur heute, vielmehr noch in Jahrzehnten, richtig und zentral liegen. Genau an der Grenze Roisdorf-Bornheim wird einmal das Zentrum der Mittelpunktgemeinde Bornheim liegen", so damals der CDU-Vizebürgermeister Franz Farnschläder. Im Jahre 1968 wurde der Grundstein gelegt, am 2. Januar 1970 bezogen die ersten Beamten und Angestellten ihre neuen Räume im Rathaus auf der grünen Wiese und im Dezember 1970 fand die erste Ratssitzung im neuen Ratssaal statt. Gekostet hatte das neue Rathaus rund 6 Mio. D-Mark.

Wenn man diese Geschichte und die damals geführten Diskussionen kennt bzw. in Zeitungsartikel nachliest, dann kommen einem heute einige der kontroversen Diskussionen im Stadtrat über die Erweiterung des Einkaufszentrums in Roisdorf und die Ängste um die Zukunft der Königstraße irgendwie bekannt vor.

Noch vor der kommunalen Neuordnung gab die Gemeinde Bornheim einen riesigen Bebauungsplan, von der Roisdorfer Siegesstraße bis zur Burg Bornheim, beim Kreisplanungsamt in Auftrag. Er sollte die Infrastruktur und die neuen Wohngebäude für die Zukunft der Mittelpunktgemeinde Bornheim planerisch festlegen. Grundlage war der Kreisentwicklungsplan von 1964 der den Ausbau der Freifläche zwischen Roisdorf und Bornheim zu einem Mittelpunkt mit zentralen Einrichtungen vorsah.

Doch die Hoffnung, dass man damit die Großgemeinde Bornheim verhindern könnte, erfüllte sich nicht Im Juni 1969 beschloss der Landtag im Rahmen des Bonn-Gesetzes, dass die drei Gemeinden, Bornheim, Hersel und Sechtem, aufgelöst und zur Großgemeinde Bornheim neu zusammenführt werden. Gegen dieses vom Landtagverabschiedete Gesetzzurkommunalen Neuordnungdes Bonner Raumes klagte derLandkreis Bonn beim Landesverfassungsgericht in Münster. Doch die Richter wiesen im Juli 1969 diese Klage zurück und so wurden am 1. August 1969 die 14 Vorgebirgs-Ortschaften zur Gemeinde Bornheim zusammen gebunden, mit einem Rat, einem Bürgermeister, einer Verwaltung und einem Gemeindedirektor. Und Roisdorf erlebte seinen ersten Bauboom.

Die „Neue Zeit" nach 1969

Bau des "Wohnparks Wolfsburg", Ende 1970er Jahre

In der alten Gemeinde Bornheim waren in Roisdorf nach der Mörner-Siedlung und einer kleinen Siedlung im Außenbereich des Feldweges „Auf der Fuhr" nur zwei Neubausiedlungen im Schatten des Kirchturms entstanden. Doch Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts beschloss die Politik in Kooperation mit einer Bauträgergesellschaft im großen Stil die Bebauung rings um das Rathaus anzupacken. Nachdem die Pläne für die neue Rathaussiedlung vom Rat genehmigt waren, wuchsen in Roisdorf die ersten „Stadthäuser" entlang der Rathausstraße in die Höhe. Durch die Insolvenz des ersten Bauträgers zog sich aber ihre Fertigstellung über mehrere Jahre hin.

Zuvor war auf dem Gelände des ehemaligen „Alten Weihers" am Siefenfeldchen in den Jahren 1974 bis 1976 das bis zu achtstöckige Wohnstift Beethoven errichtet worden, mit 270 Seniorenwohnungen, einem Serviceangebot für gehobene Ansprüche in einem komfortablen privaten Wohnbereich und mit zusätzlichen 38 Plätzen im Pflegewohnbereich ist das Wohnstift Beethoven Bornheims größte Siedlung für Senioren.

Doch auch im Bereich des ehemaligen SUTI SB-Warenhauses veränderte sich das Ortsbild, gegenüber dem Gelände des im Oktober1968 eröffneten kleinen SB-Marktes SUTI entstand 1977 ein großer Neubau mit Fertigbauteilen aus Waschbeton, der1988 mit einem Anbau auf rund 7000 m2 erweitert wurde.

Eine rein städtischer Siedlungsbau erfolgte dann ab 1995 mit dem Bau von über 300 neuen Mietwohnungen an der Schumacher-, Herder-, Heuss- und Trierer Straße, verbunden mit einer kleinen Geschäftszone entlang der Adenauerallee.

Der klassische Einfamilienhaus Neubau im großen Stil mittels Bauträger konnte sich erst wieder in den 90er Jahren entfaltete, als der Rat 1993 einen Aufstellungsbeschluss für einem neuen Bebauungsplan zwischen Brunnenallee und der heutigen Mühlenbacher Straße fasste. Im März 1998 sind die ersten Neubürgerin ihre schmucken Ein-und Zweifamilienhäuser eingezogen. Jetzt kosteten die neuen Häuser aber schon stattliche 340 bis 400 Tausend D-Mark. In den Jahren zuvor und auch nach 1995 hatte es erbitterte Diskussionen im Rat und in der Bevölkerung über die beabsichtigte Hangbebauung in Roisdorf gegeben. So war bis zur Rechtskraft des heutigen Flächennutzungsplans (FNP) noch immer der unbebaute Hanginnenbereich zwischen den Straßen Ehrental, Donnerstein, Schußgasse und Brunnenstraße als ein mögliches Baugebiet im FNP der Stadt ausgewiesen. Rund 2/3 der im Oberdorf wohnenden Bevölkerung kritisierten 1980 und erneut im Jahre 2002 die Hangbebauungspläne aus den 7OerJahren und gründeten eine Bürgerinitiative gegen diese städtische Planung. In einem Teilbereich des Roisdorfer Hanges setzte im März 2003 die damalige Ratsmehrheit die Innenbereichsbebauung an der Straße Dietkirchner Hof durch, was dann in der Konsequenz sicherlich auch 2004 zum Wechsel der politischen Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat mit zu beigetragen hat.

Im Mai 2009 beschloss der Stadtrat dann mit den Stimmen aller Fraktionen, die Baugebiete im Roisdorfer Hang aus dem Flächennutzungsplan herauszunehmen und stattdessen im Bereich der Straßen Fuhrweg und Maarpfad die zukünftige Baulanderschließung unserer Ortschaft weiter zu planen, auf der Grundlage der bereits dort vorhandenen Bebauung.

Erprobt im Kampf gegen missliebige Entscheidungen, das sind die Roisdorfer schon seit ihrem Widerstand gegen die Verweigerung ihres kostenfreien Bezugs von Roisdorfer Mineralwasser im Jahre 1844.

Der Streit um die geplante Hangstraße

Flugblatt der Bürgerinitiative gegen den Bau der Hangstraße (Quelle: Archiv H. Stadier)

Im Jahre 1974 kämpften die Roisdorfer im Schulterschluss mit Bornheimer Bürgern gegen die Absicht des Gemeinderates, eine zusätzliche Erschließungsstraße (Hangstraße) quer über den Vorgebirgshang vom Bornheimer Hellenkreuz bis nach Alfter, mit zwei Brücken über die Wolfsschlucht und das Ehrental, zu bauen. Vordergründig sollte diese Straße der Entlastung der Bornheimer Königstraße und der Roisdorfer Bonner Straße dienen. Doch in Wirklichkeit beabsichtigten die Planer eine umfangreiche Hangbebauung in Roisdorf und Bornheim damit zu verwirklichen. Die neuen Roisdorfer Bebauungspläne 109 (Schußgasse), 104; 111; 112, entlang der Siegesstraße und des Ehrentals, wurden eigens deswegen aufgestellt, und die Pläne sahen sogar eine direkte Straßenverbindung, - mit einer Brücke über die heutige Stadtbahn - von der Ecke Bonner- / Siegesstraße bis zur geplanten Hangstraße im Bereich des Oberdorfer Weges vor.

Waren es zuerst nur eine Handvoll Ratsmitglieder die sich gegen diese Straßenplanung aussprachen, so änderte sich aber das Meinungsbild von Monat zu Monat, in denen die Bürgerproteste in den Ortschaften Bornheim und Roisdorf wuchsen. Im Sommer 1974 unterschrieben 3021 Bürger einen Brief an den Rat der Gemeinde Bornheim und widersprachen als Wählerinnen und Wähler dem beabsichtigten Bau der Hangstraße der sogenannte Entlastungsstraße EL113A.

Je näher nun die Kommunalwahl im Spätsommer 1975 rückte umso mehr gerieten die Befürworter der Hangstraße in die Defensive. Schließlich wurde dann in einer äußerst turbulenten Ratssitzung kurz vor Ostern 1975 auf Antrag der SPD und einem diesbezüglichen Beschlussentwurf des Gemeindedirektors Hüppe einstimmig die Trasse der EL 113A aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen. Offizieller Grund: „Der Landesminister für Verkehr hätte dem (Landesstraßenbauamt) LV-Rheinland mitgeteilt, dass wegen den neuen Bestimmungen im Bundesimmissionsschutzgesetzes die weitere Planung der Landesstraße EL 113A eingestellt worden seien", so ein Zitat im Lokalteil des General Anzeiger. Nach dieser Entscheidung wurden auch die Pläne für die neue Höhenortschaft „Hennessenberg" endgültig zu Grabe getragen, weil u.a. auch die von der Gemeinde aufzustellenden Flächennutzungspläne per Landesgesetzmit dem Landesentwicklungsplan (LEP) übereinstimmen mussten. Der neue LEP sah zukünftig eine Bauentwicklung nur entlang den heutigen Stadtbahnlinien 18 und 16 (Rheinorte) vor.

Die Hangstraßengegner an der Ecke Oberdorfer Weg/Ehrental (Foto: © H. Stadier)

Jetzt konzentrierte sich der Gemeinde- bzw. später der Stadtrat bei seiner überörtlichen Verkehrsplanung in Bornheim-Roisdorf schwerpunktmäßig auf die Talstraße EL 183n, die erstmals im Entwurf des Gebietsentwicklungsplans im Jahre 1971 genannt wurde. Wenn man bedenkt, dass diese Roisdorfer Entlastungsstraße voraussichtlich nun erst im Jahre 2014 ihrem Endausbau entgegensieht, so kann man die Geduld und die Zuversicht der Anlieger der Bonner Straße nur bewundern, die dann seit 43 Jahren auf die Entlastung ihrer Wohnstraße warten.

Eine weitere Bürgerinitiative, die Mitte der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts entstand, konnte in einem Über zwei Jahrzehnte andauernden Widerstand erfolgreich verhindern, dass oberhalb von Roisdorf die landschaftsprägende Hangkante zurückversetzt und ein fast 50 Meter tiefes Loch oberhalb der Essener Straße bis hinter dem Neuweg in Bornheim- Botzdorf gegraben wurde. Die dann leere Quarzgrube sollte nach dem Vorbild der Roisdorf/Herseler Kiesgruben anschließende mit dem Müll der Stadt Bonn verfüllt werden. Es ist die Story des geplanten Quarz-Sandabbaus auf dem Vorgebirgsplateau, wo einstmals die neue Ortschaft „Hennessenberg" entstehen sollte.

Quarzsandabbau und Mülldeponie

Die neue Quarzgrube an der Essener Straße (Foto: © Michael Pacyna)

Es ist noch heute spannend, diese Geschichte zu verfolgen, wenn man in alten Stadtratsakten und Zeitungsberichten blättert.

Es begann mit einer leeren Quarz- und Kiesgrube, rechts der Essener Straße. Diese wurde Jahrzehnte lang von der Gemeinde Bornheim als Müllkippe genutzt, wo kostengünstig die Hausabfälle der Gemeinde Bornheim entsorgt wurden. Von Oberflächenabdeckung und Kontrolle, wer wann und was dort oben ablud, keine Spur. Die Firma Grimmer, die zur Unternehmensgruppe des Hans Heres gehörte, hatte mit der Stadt Bonn 1970 und mit Zustimmung der Gemeinde Bornheim vereinbart, die leeren Löcher des Kiesabbaugeländes auf dem Vorgebirgsplateau mit Bonner Hausmüll zu verfüllen. Der Grundbesitz rings um diese Müllkippe war im Zuge einer Bodenspekulation längst von den ehemaligen Besitzern in Investorenhände übergegangen. Diese saßen, nachdem die Gemeinde Bornheim ihre Pläne zur Besiedlung des Plateaus aufgegeben hatte, auf mehreren Hektar Brachlandes, dass nun ausgekiest und mit Müll verfüllt werden sollte. Da es im Bonn-Kölner Raum noch keine Müllverbrennungsanlagen gab, hoffte Hans Heres auf ein lukratives Geschäft mit dem Müll der Stadt Bonn und darüber hinaus.

Doch Bodenspekulanten sind kreative Leute. Sie erinnerten sich an die ehemaligen Roisdorfer Sandkrämer und per Bodenuntersuchung feststellen, wie groß und wie rein dieser Quarzsand unter ihren und fremden Brachflächen ist. Als die hohe Qualität und die riesige Menge des Quarzsandes fest standen, stellten sie im November 1974 beim zuständigen Oberbergbauamt Aachen den Antrag auf Ausquarzung. Der Quarzsandabbau unterliegt dem Bergrecht und war somit der Genehmigung durch die Gemeinde Bornheim und der des Regierungspräsidenten entzogen. Die beantragte Abbaufläche sollte35 ha groß sein, bei einer Abbautiefe von 45 bis 50 Meter. Insgesamt sollten 13 Mio. Tonnen Quarzsand auf dem Plateau gefördert und über Wirtschaftswege abgefahren werden. Ein Vorhaben, welches sich über mehrere Jahrzehnte hingezogen hätte. Für die Rekultivierung hatten sie ja auch einen guten Vorschlag, nämlich die Verfüllung mit dem Müll der Stadt Bonn, wobei man der Gemeinde Bornheim großzügig die Mitnutzung einräumte. Der Roisdorfer Ratsherr Dr. Michael Pacyna (DIE GRÜNEN) schrieb dazu in seiner 1994 verfassten Dissertation:

„Das Großvorhaben stieß mittlerweile aufzunehmenden Widerstand in der Bevölkerung der Vorgebirgsorte. Als sich im Juli 1975 eine von 2 500 Anwohnern gestützte „Bürgerinitiative gegen den Quarzsandabbau" gründete, waren die Bornheimer Parteien und die Gemeindeverwaltung bereits in die Front der Abgrabungs- und Deponiegegner eingeschwenkt. So hatte die Gemeinde Bornheim dem Bergbauamt Aachen im März 1975 mitgeteilt, dass sie dem Vorhaben der Quarzwerke Bonn-Hersel nicht zustimme. Auch der Rhein-Sieg-Kreis und der Regierungspräsident (RP) in Köln trugen jetzt Bedenken vor, zumal der RP zwischenzeitlich das betroffene Gebiet und seine Umgebung mit einer Verordnung unter Abgrabung verbietenden Landschaftsschutz gestellt hatte. Die Quarzwerke gingen gegen diese Unterschutzstellung erfolgreich juristisch vor. Die Firma erreichte vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster die Aufhebung des Landschaftsschutzes.

LKWs der Quarzwerke Bonn auf der Straße Donnerstein (Foto: © Michael Pacyna)

Die Gemeinde Bornheim hielt weiter an Ihrer Ablehnung des beabsichtigten Abbau- und Deponierungsvorhaben fest. Im Dezember 1977 ließ das Bergbauamt den Rahmenbetriebsplan für eine Abgrabung zu. Der Widerspruch der Gemeinde Bornheim gegen diese Zulassung wurde vom Landesoberbergbauamt zurückgewiesen.

Daraufhin beschritt die Gemeinde einen über viele Jahre andauernden Klageweg, um die Betriebszulassung der Quarzwerke aufzuheben, unterlag jedoch in letzter Instanz. Der Rahmenbetriebsplan der Quarzwerke wurde juristisch unanfechtbar. Allerdings entscheidet ein Rahmenbetriebsplan nicht allein über die generelle Zulässigkeit eines Vorhabens. Konkrete Regelungen z.B. für die notwendige verkehrsmäßige Erschließung sind dagegen weiteren Betriebsplänen vorbehalten."

Gerade dieser fehlende Nachweis einer gesicherten Erschließung für den Abtransport der Quarzsande bereitete den Abbauplänen der Quarzwerke zur Jahrtausendwende ein dauerhaftes Ende. Obwohl die Quarzwerke versuchten, überdie Essener Straße, den Oberdorfer Weg, mittendurch Roisdorf, den Quarzsand abzutransportieren, scheiterten sie auch hier am Widerstand der Roisdorfer Bürger, die im Schulterschluss mit dem Stadtrat und den beauftragten Anwälten hier erfolgreich vor Gericht eine für die Quarzwerke unrentable tägliche Abfuhrmenge durchsetzten. Im Jahre 1999 stellte dann das Unternehmen den weiteren Abtransport der Quarzsande ein. Es waren bis zu diesem Zeitpunkt rund 3,9 Mio. Tonnen quartäre und tertiäre Kiese, Sande und Tone abgebaut worden. Die Quarzwerke gingen 2002 in die Insolvenz. Einen wesentlichen Anteil an diesem guten Ausgang für die Bürger der Stadt Bornheim hatte der Landschaftsschutzverein (LSV) mit seinem Vorsitzenden Klaus Fietzek.

Die Quarzgrube heute, ein Rückzugsgebiet für bedrohte Tierarten (Foto: © H. Stadler)

Mit finanzieller Unterstützung der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege sowie des BUND Bundesverbandes begann die BUND NRW Naturschutzstiftung im Jahre 2010 mit dem Ankauf der Quarzgrube; er ist inzwischen abgeschlossen. Die Quarzgrube wurde zudem im Jahr 2010 mit Hilfe eines Förderprogramms der Europäischen Union, ELER, mit Unterstützung der örtlichen Landschaftsschutz-und Heimatvereine, dem Vogelschutz-Komitee, der HIT Umwelt- und Naturschutzstiftung sowie dem BUND Orts-/ Kreisverband als Rückzugsgebiet für bedrohte Tierarten hergerichtet. Insgesamt wird das Projekt in enger Kooperation mit dem Vogelschutz-Komitee durchgeführt, das auch selbst erhebliche Flächen im Umfeld der Quarzgrube angekauft hat.

Ausblick

Unsere Ortschaft Roisdorf hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten grundlegend verändert. Während im Oberdorf bis hin zur Brunnenstraße (Kreisstraße K5) sich der dörfliche Charakter mit einer sich unterstützenden Nachbarschaft vielfach erhalten hat, hat die mehr städtisch geprägte Siedlungsform im jenseits der K5 liegenden Rathausbereich Einzug gehalten. Dies war, bis auf wenige Ausnahmen, von allen Fraktionen im Bornheimer Rat so gewollt. Grundstückseigentümer und private Bauherrn haben durch ihre Verkäufe und Investitionen entscheidend mit dazu beigetragen. Der Stadtrat hingegen hat durch seine Beschlüsse und seine Umsetzung zur Gestaltung eines bereiten Grünzuges entlang des Roisdorfer Baches, durch die Ausweisung des Landschaftsschutzes für den Brunnenpark und im Bereich "Auf der Lüste", die Freiluftschneise entlang des Wolfsbach mit seinem Biotopverbund zum Roisdorf-Bornheimer Bach, die Streichung der Hangbebauung aus dem Flächennutzungsplan und mit dem Landschaftsschutz der von der Landwirtschaft genutzten Fläche zwischen Roisdorf und Alfter bewiesen, dass die Ratsmitglieder keine Zersiedlung und Zubetonieren unserer Ortschaft mehr anstreben.

Im Rahmen des „Grünen C" wird 2013 ein Erlebnisweg mit Baumtoren, Aussichtspunkten und Informationstafeln auf die markantesten Punkte in Roisdorf hinweisen. Besucher, aber auch den Roisdorfer Bürgern, wird damit unsere Ortschaft und deren Attraktivität ein weiteres Stück näher gebracht. Dieser neue „Erlebnisweg" , der von der Mondorfer Fähre, über das Rosental, vorbei am Mineralbrunnen und über den Heltenpfad, Blutpfad bis hin zur Römmervilla in Bornheim Botzdorf führen wird, setzt die gute Idee des ehemaligen Roisdorfer Heimatvereins und die des Bürgermeisters Hubert Schäfer in einer anderen Art und Weise fort. Roisdorf wird weiterhin nicht nur für Einheimische sondern auch für viele Gäste eine attraktive Ortschaft bleiben, in der sich die Menschen wohlfühlen.

Den Streifzugdurch die jüngere Ortsgeschichte, verfasst anlässlich des 900jährigen Roisdorfer Ortsjubiläums, möchte ich mit diesem Ausblick beenden. Mögen die nächsten 100 Jahre für die uns nachfolgenden Generationen genau so friedlich und erfolgreich verlaufen wie dies meine Generation seit 1945 erleben durfte.

Möge im Stadtrat in den nächsten 100 Jahren weiterhin leidenschaftlich und manchmal auch kontrovers um die besten Entscheidungen für unsere Bürgerinnen und Bürger gerungen werden.

Mögen die Roisdorfer in den nächsten 100Jahren sich weiterhin kritisch und wenn nötig auch kämpferisch mit der Entwicklung unserer Ortschaft auseinander setzen, ja dann bin ich zuversichtlich, dass zur 1000-Jahrfeier die Roisdorfer ebenfalls zufrieden auf Ihre jüngste Vergangenheit zurück blicken werden.

Text: Harald Stadler
Abbildungen, wenn nicht anderes gekennzeichnet: Stadtarchiv Bornheim, Pfarrarchiv St. Sebastian