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Der Dietkirchener Hof

Unser Dorf tritt ins Licht der Geschichte

Dietkirchener Hof

Noch bis zum Beginn der 1990er Jahre beherrschten der Giebel und der Torbau eines stattlichen Fachwerkbaus den Oberdorfer Weg in Roisdorf. An der Abzweigung der Bachgasse (der heutigen Berliner Straße) befand sich das bei den Roisdorfern als „Vendelshof“ bekannte, korrekt jedoch „Dietkirchener Hof“ anzusprechende Anwesen. Es konnte nicht nur als ältester erhaltener Hof des Ortes gelten, sondern hatte seine Bedeutung vor allem darin, dass sich die erste urkundliche Erwähnung des Namens Roisdorf im Jahre 1113 hierauf bezog.

Wäre der Hof nicht vor wenigen Jahrzehnten der Vergänglichkeit alles Irdischen anheim gefallen, so hätte er im Jahre 2003 sein 400jähriges Jubiläum feiern, im Jahr 2013 gar im Zentrum des Gedenkens an die Ersterwähnung Roisdorfs vor dann genau 900 Jahren stehen können.

Siegel des Kölner Erzbischofs Friedrich I.

Das Jahr 1113, in dem der Hof erstmals in einer Urkunde des ein Jahrhundert zuvor nördlich vor Bonn auf dem Gelände des ehemaligen Römerkastells gegründeten Benediktinerinnenkloster zu Dietkirchen genannt wird, war Teil einer unruhigen Zeit, einer Umbruchzeit. Das später „Investiturstreit“ genannte Ringen des aus dem Geschlecht der Salier stammenden Kaisers Heinrich V. mit Papst und Fürsten um die Vormachtstellung in Kirche und Reich war in vollem Gange, der Kölner Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenburg hatte sich massiv der Kölner Bürger zu erwehren, die, reich und selbstbewusst geworden, politische Mitbestimmung einforderten und so ebenfalls die überkommene Ordnung in Frage stellten.

Teil des Roisdorfer Oberdorfs

In wie weit solche Umwälzungen das Leben der Menschen im Vorgebirge direkt beeinflussten, ist kaum auszumachen. Man lebte in hier kleinen, oft nur aus wenigen Gehöften bestehenden Dörfern. Diese reihten sich, zahlreicher als heute, am Fuß, am Hang oder auf der Höhe des fruchtbaren Vorgebirges auf, und ihre Namen verwiesen auf ihre Gründung bereits viele Jahrhunderte zuvor, in keltischer, römischer oder fränkischer Zeit. In dem zwischen Sumpf und Hang eingeklemmten Dorf, das im Bereich der heutigen Brunnenstraße gelegen war, wurde es damals eng. Man begann nun auch in hier Roisdorf, die weniger geschützten Hangbereiche über dem Ort, das später sogenannte Oberdorf zu besiedeln.

Kloster Dietkirchen vor Bonn nach einem Stich von Merian von 1646

Von besonderer Bedeutung für die Besiedlung des Oberdorfs dürfte gewesen sein, dass das Kloster Dietkirchen hier recht bedeutenden Grundbesitz sein eigen nannte und, um diesen bewirtschaften zu können, noch im 11. Jahrhundert, hier einen Hof, eben den Dietkirchener Hof, errichtete. Dies geschah ähnlich auch in anderen Orten am Vorgebirge und am Rhein, so in Waldorf, Sechtem und Widdig, wo das Kloster ebenfalls über Ländereien verfügte, aus denen der Lebensunterhalt der Klosterfrauen bzw. der später, ab 1483, dort lebenden adligen Stiftsdamen bestritten werden konnte.

Ergrabene Grundmauern der Klosterkirche St. Peter zu Dietkirchen, heute im Bonner Stadtteil "Castell" gelegen, 2003

In der genannten Urkunde von 1113 hielten fünf Männer namens Wolf, Gerhart, Verdun, Azzo und Richezzo sowie sieben Frauen namens Eila, Aluejat, Eueza, Uda, Hizzela, Henda und Regenza "de villa, quae dicitur Ruchestorp“, also "aus dem Dorf, das Roisdorf genannt wird", fest, dass ein jeder von ihnen das Recht habe, der Äbtissin von „Thidenkerche“, also Dietkirchen, alljährlich am Fest Cathedra Petri (18. Januar) zwei Silbermünzen am Petrusaltar (der Klosterkirche) zu entrichten. Mit der Leistung dieser Abgabe betrauten die genannten Personen einen Mann ihres Vertrauens namens Nantward.

Die Abgabe hatten die Angehörigen des Roisdorfer Fronhofverbandes, der hiermit fassbar wird, im Gegenzug zu ihrer Entlassung aus der Leibeigenschaft des Klosters zu entrichten. Eine Reihe von geistlichen und weltlichen Zeugen wurde aufgeboten, um die Urkunde, die als „nostrae assertionis kartula“, als „unser Freilassungsbrief“ bezeichnet wird, zu beglaubigen.

Man hat die Urkunde nicht immer auf Roisdorf bezogen; vielmehr wurde auch Rauschendorf im Siebengebirge mit „Ruchestorp“ identifiziert. In Rauschendorf gab es jedoch, anders als in Roisdorf, niemals einen zum Kloster Dietkirchen gehörenden Hof und auch aus sprachlichen Gründen scheidet, wie man festgestellt hat, die Identifizierung von "Ruchestorp" mit Rauschendorf aus.

Ehemaliger Dietkirchener Hof von 1603, Zeichnung Horst Bursch

Bereits in der Urkunde von 1113 sind „vineae“, also Weinberge, erwähnt, was darauf hinweist, dass der Hof von Beginn an nicht zuletzt dem Weinbau gedient hat. Aus der Tatsache, dass dem Kloster Dietkirchen im Jahre 1204 vom Roisdorfer Hof jährlich 2 Schilling an Erbpacht zustanden, hat man gefolgert, dass zu dieser Zeit der Fronhofverband, wie er in der Urkunde von 1113 erscheint, nicht mehr bestand. Man hatte den Hof vielmehr, wie dies auch in den folgenden Jahrhunderten der Brauch sein sollte, an Halfen vergeben.

„Halfen“ oder „Halfwinner“, lateinisch „villicus“, waren die gebräuchlichen Bezeichnungen für Personen, an welche die Höfe der Klöster oder Stifte zum Zweck der Bewirtschaftung vergeben wurden. Ursprünglich hatten sie, was ihre Bezeichnung erklärt, die Hälfte des Ertrags abzuliefern. Alle zwölf Jahre waren die Verträge zwischen dem Kloster und den jeweiligen Halfen zu erneuern, wobei, den jeweiligen Gegebenheiten entsprechend, die von den Halfen zu erbringenden Leistungen, aber auch die vom Kloster an den Halfen für bestimmte Dienste zu zahlenden Beträge in allen Einzelheiten festgelegt wurden. Oft blieben die Kloster- oder Stiftshöfe über viele Generationen hinweg in der Hand einzelner Halfenfamilien. Dies ist auch für den Roisdorfer Hof des Klosters Dietkirchen anzunehmen. Für das Jahr 1399 kennt man gleich zwei Halfen des Roisdorfer Dietkirchener Hofs mit Namen: Winrich und Gumbert, die insgesamt 10 Malter Weizen und 12 Malter Hafer dem Kloster zustellten.

Kinder auf der Bachgasse, heute Berliner Straße, im Roisdorfer Oberdorf, Ende 1940er Jahre

Nicht alle Ländereien des Klosters wurden indes von den Halfen bearbeitet. Neben ihnen gab es auch Pächter einzelner Grundstücke, die sowohl in Roisdorf als auch außerhalb ansässig sein konnten. Von ihnen kennt man aus den erhaltenen Aufzeichnungen des Klosters Dietkirchen aus dem frühen 15. Jahrhundert gleich eine ganze Reihe, so z.B. Abel und Hermann „auf der Bach“ (also wohl aus der Bachgasse) und Hermann „in deme Leymdale“ (also im bis heute so genannten Lehmdahl - offiziell Ehrental - wohnend). Sie zahlten ihre Pacht in Form von Weizen, Korn oder Hafer. Pacht in Form der Erträge ihrer Wingerte entrichteten z.B. die Auswärtigen Johann von Miel, Heinrich von Unkelbach und Oetgen von Wachendorf.

Ehemalige Roisdorfer Weinbergslage über Haus Wittgenstein

Überhaupt sind die Verhältnisse auf dem Dietkirchener Hof für das frühe 15. Jahrhundert besonders gut dokumentiert und auch erforscht: So weiß man, dass die Dietkirchener Äbtissin 1411 über ein eigenes „Mannlehen“ mit Haus und Hofstatt sowie 6 Vierteln Weingarten in Roisdorf verfügte. Der damalige Halfe Winrich bewirtschaftete sechs Morgen Weingarten. Als Weinlagen werden genannt der „meys“, der „overste“, der „weyer“-Weingarten (heute erinnert die Straße Weyerberg an ihn) und der Weingarten „in dem Volmersteyn“. Winrich erhielt als Lohn für die Bearbeitung pro Morgen und Jahr 19 Mark, also insgesamt 114 M. Außerdem standen ihm noch eine halbe Tonne gesalzene Heringe im Werte von 12 M, 2 Sümber (= ½ Malter) Erbsen im Wert von 4 M und ein Rock von 5 Ellen Tuch für 12 Schilling zu.

Das einzige fotografische Dokument des Weinbaus am Vorgebirge: Die letzte Roisdorfer Weinlese 1901

Die für die Roisdorfer Weingärten erforderlichen 7.000 Ramen, also Weinbergpfähle, wurden jährlich im zum Kloster gehörenden Busch im sog. Hessekoven geschlagen und ebenso wie das Stroh, das man zum Anbinden der Reben benötigte, vom Halfen des dem Kloster gehörenden Sechtemer Ophofs nach Roisdorf geliefert. Alle sieben Jahre mussten die Weingärten gemistet werden. So wurde im Januar ("hardemant") 1436 in 1 ½ Morgen Mist getragen und wurden im Juni ("brachmant") dieses Jahres 5 Pinten im "oversten" Wingert gemistet. Man verjüngte die Weinberge durch regelmäßiges Proffen (= Einlegen von Senkreben vom Mutterstock aus), wofür das Kloster zum Jahre 1425 und zum Jahre 1438 Ausgaben verzeichnete.

Grenzstein des Dietkirchener Hofs in der Berliner Straße (Bachgasse)

Die gelesenen Trauben wurden nicht in Roisdorf selbst gekeltert, sondern hierzu nach Bonn transportiert. Im Jahre 1430 bezog das Kloster vom Gewächs („gewaß“) des Roisdorfer Hofs 10 Fuder 2 ½ Ahm sowie 5 ½ Ahm von den Weingärten dreier Pächter. Dies dürfte nach heutigen Maßen ca. 9.500 Liter bedeuten. Damit waren die Roisdorfer Wingerte zwar längst nicht so ertragreich, wie die beim Kloster am Johanniskreuz vor Bonn gelegenen (32 Fuder 5 Ahm) oder die Weingärten in Waldorf (13 Fuder 6 Ahm), aber doch ergiebiger als die der Höfe in Widdig (5 Fuder) und Sechtem (4 Fuder). Der größte Teil des Weins wurde natürlich nicht etwa von den Klosterfrauen getrunken, sondern an Kölner Kaufleute veräußert.

Hintergelände des Dietkirchener Hofs, Flur "Auf dem Bellert"

Nicht nur Weinbau, sondern auch Ackerbau wurde auf dem Dietkirchener Hof betrieben. Für 1599 sind neben 5 Morgen Weingärten auch 30 Morgen Acker bezeugt, für das 17. Jahrhundert insgesamt ca. 50 Morgen Acker und Weingarten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts werden und 4 Morgen Weingarten, 28 Morgen Acker und 6 Morgen Wald als zum Dietkirchener Besitz in Roisdorf gehörend genannt.

Auf dem Hof tagte übrigens ein sogenanntes Hofgeding, er war damit auch Stätte niederer Gerichtsbarkeit.

Innenhof des ehemaligen Dietkirchener Hofes

Hatte bereits der Halfe Winrich im 15. Jahrhundert die Hofgebäude um eine kleine Scheune samt einem Anbau ergänzt, so wurde Anfang des 17. Jahrhundert ein kompletter Neubau zumindest des Wohnhauses notwendig. Es entstand der erwähnte stattliche Fachwerkbau, der bis in unsere Tage eines der markantesten Gebäude des Roisdorfer Oberdorfs darstellen sollte.

Giebelseitig stand das zweigeschossige, von einem steilen Satteldach gedeckte Wohnhaus zur Straße, neben ihm ein niedrigerer Torbau. Das Eingangstor wurde von mächtigen schmiedeeisernen Beschlägen gehaltenen und war mit einem Ringklopfer versehenen. „Huus“ (Wohnhaus) und „Poerzebau“ (Torbau) umschlossen zusammen mit der rückwärtigen „Schüer“ (Scheune) und ihrem - bis heute als letztes der alten Fachwerkgebäude erhaltenen - Anbau sowie diversen Stallungen von vier Seiten einen Innenhof. Dieser war wegen des abschüssigen Geländes in durch Stufen verbundene Terrassen geteilt. Es handelte sich bei dem Anwesen also um ein sog. fränkisches Gehöft, wie es für die auf halber Höhe des Vorgebirgshanges liegenden Weingüter der Klöster und Stifte des Vorgebirges durchaus typisch war.

Die Eichenplatte der ehemaligen Eingangstür des Wohnhauses

Seinen einzigen, dafür aber besonderen Schmuck erhielt das Wohnhaus durch den hofseitigen Eingang zum Wohnhaus, eine in Ober- und Untertür geteilte sog. „Jäddedüer“. Sie besaß als oberen Abschluss einen in eine schwere Eichenplatte eingeschnittenen "Eselsrücken", der von einem Kreuz gekrönt wurde. Darüber war in großen Buchstaben die Jahreszahl der Erbauung „Anno Domini 1603“ eingeschnitzt.

Der Dietkirchener Hof war damit – abgesehen von den drei in spätmittelalterliche Zeit zurückgehenden, aber aus dauerhafterem Backstein statt aus Lehmfachwerk errichteten Roisdorfer Burganlagen (Wolfsburg, Sterffelshof und Metternichsberg/ Haus Wittgenstein) – das älteste Gebäude des Ortes. Es verwundert fast, dass es die Zeitläufte unbeschadet überstand, insbesondere das kriegerische 17. Jahrhundert, in dem die Dörfer des Vorgebirges vielfach unter Brandschatzungen durch marodierende Kriegshaufen zu leiden hatten.

Französische Revolutionstruppen auf dem Bonner Markt

Wie der Halfe hieß, der 1603 den Neubau vollendete, ist nicht bekannt, doch dürfte sein Name ebenso wie die Namen der weiteren Halfenfamilien eines Tages durch eine nähere Auswertung der - glücklicherweise im Düsseldorfer Hauptstaatsarchiv erhaltenen - Urkunden und Akten des Stifts Dietkirchen ans Licht kommen.

Als letzter Roisdorfer Halfe des Stifts Dietkirchen ist für das späte 18. Jahrhundert jedenfalls ein gewisser Jacob Klein bekannt. Er musste den Untergang des altehrwürdigen Damenstifts und seiner Besitzungen am Vorgebirge erleben: Nachdem 1794 französische Revolutionstruppen den Bonner Raum und das gesamte linksrheinische Gebiet besetzt hatten, erfolgte 1802 gemäß Konsularbeschluss die Säkularisation sämtlichen geistlichen Besitzes auch in den rheinischen Departements. Dietkirchen wurde aufgehoben, seine Stiftsdamen in alle Winde vertrieben, die Stiftsgebäude verkauft und abgerissen, der umfangreiche Grundbesitz an private Käufer verschleudert - mit ihm auch der Roisdorfer Hof, der zur Dotation der Senatorie von Nancy zum Verkauf angeboten wurde.

Familie Vendel, 1930er Jahre

Der Dietkirchener Hof kam nun in bürgerliche, rasch wechselnde Hände. Für das 19. Jahrhundert wird so zunächst - um 1825 - eine Familie Werres als Eigentümer von "Dekkirche" genannt, sodann Jacob Müller, ein Nachkomme des Ortsvorstehers Conrad Müller, der den benachbarten Sterffelshof aus dem säkularisierten Besitz des Bonner Cassiusstiftes erworben hatte. Ebenso wird eine hier wohnende Familie Lambertz erwähnt.

Die Familie (Karl Josef ?) Vendel erscheint spätestens 1865 als Bewohner des Anwesens, als dessen Eigentümer ein gewisser Lerch aus Köln genannt wird. Die Familie nutzte den Hof natürlich landwirtschaftlich, wenn auch der Weinbau im Laufe des Jahrhunderts immer mehr zurückging und schließlich um die Wende zum 20. Jahrhundert ganz eingestellt wurde. Adam Cassius Vendel erwarb den Hof um 1891, von ihm sollte er an seinen Sohn und dann an seinen Enkel Mathias Vendel, übergehen. Der im Vorgebirge recht häufig anzutreffende Familienname Vendel leitet sich übrigens vom lateinischen "vinitellum" ab, was soviel wie "kleiner Weinberg" bedeutet - ein passender Name also für die Eigentümer des ehemaligen Weinguts.

Familienfest im Hof Vendel, 1930er Jahre

Der Zahn der Zeit nagte indes bedenklich an dem zuletzt denkmalgeschützten Gebäude. Der Verfall des seit 1965 nicht mehr für Wohnzwecke genutzten Hauses war schließlich nicht mehr aufzuhalten, hätten die für eine Instandsetzung erforderlichen Summen doch jegliche finanziellen Möglichkeiten der Eigentümer überstiegen. Nach einem teilweisen Einsturz zu Beginn der 1990er Jahre zunächst notdürftig durch ein Gerüst stabilisiert, erfolgte bald der endgültige Abriss des „Vendelshofs“.

Ehemaliger Standort des Hofes: Hier geht seit 2004 vom Oberdorfer Weg die Straße ab, die an den Dietkirchener Hof erinnert.

Dies ist ausgesprochen bedauerlich, ebenso wie der Verlust weiterer großer Teile der historischen Bausubstanz, den Roisdorf im 20. Jahrhundert zu erleiden hatte. Doch alles Nachtrauern bringt den Dietkirchener Hof nicht mehr zurück. Wichtiger erscheint heute, ihn in der Erinnerung zu bewahren, „tam futuris quam praesentibus“, sowohl bei den Zukünftigen als auch bei den Gegenwärtigen, wie es in der Urkunde von 1113 heißt.

Hierzu dürfte indes beitragen, dass die neue, das Hintergelände des ehemaligen Hofs für Wohnbebauung erschließende Straße auf Betreiben der Roisdorfer Heimatfreunde den offiziellen Namen „Am Dietkirchener Hof“ erhalten hat. An der Ecke Oberdorfer Weg/ Am Dietkirchener Hof markiert seit Mai 2015 den ehemaligen Standort eine entsprechende Informationstafel.

Der Dietkirchener Hof hat dies wohl verdient: Immerhin verdanken Roisdorf und seine Bewohner diesem traditionsreichen Anwesen ihren Eintritt in das Licht der Geschichte. chener

Medaille zur 900-Jahrfeier 2013