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Kalender 2007

"Roisdorf wie es war"

Titelbild

Schönheit des Verfalls, 1980er Jahre

Nachdem es vor einigen Jahren auf ehrenamtliche Initiative von Roisdorfer Gruppierungen und Gewerbetreibenden vorbildlich restauriert wurde, steht es auf der Ecke Schussgasse/ Annastraße wieder schmuck da: das Gartentor der Villa Anna, auch wenn es sich heute nicht mehr zum Gelände der früheren „Gemüsebauschule“ öffnet, sondern den Spielplatz der dort errichteten Eigenheimsiedlung begrenzt. Wohl um die Wende zum 20. Jahrhundert von dem in leitender Funktion bei den Stumm’schen Eisenwerken in Neunkirchen im Saarland tätigen Kommerzienrat Theodor Zilliken errichtet, war das Tor, wie unser Bild zeigt, aber auch in den Zeiten seines Verfalls von ästhetischem Reiz – wenn ihn ein geschickter Fotograf einzufangen wusste.

Januar

Ein verlorenes Denkmal, 1930er Jahre

„Haus für Haus stirbt dein Zuhause“ – so lautete vor mehr als 30 Jahren der dramatische Slogan für ein internationales Jahr des Denkmalschutzes – und immer noch hat er seine Gültigkeit nicht verloren. Im Jahr 2006 ereilte das Schicksal des Abrisses ein ortsgeschichtlich wertvolles Gebäude an der Ecke Brunnenstraße/ Schussgasse, das sog. „Ahrend’te Hüsje“, das sich mit seinem halben Kreisfenster im Giebel deutlich von der üblichen Architektur abhob und damit in das Ensemble der historischen Gebäude des gegenüberliegenden Mineralbrunnens einfügte. Nach mündlicher, aber glaubhafter Überlieferung war sein Dachstuhl derjenige der 1884 abgebrochenen barocken Roisdorfer Dorfkapelle, die damit nun gänzlich aus dem Ort verschwunden ist. Auf unserem Bild beäugt Sibylle Ahrend skeptisch den Fotografen, der sie beim Kehren vor dem Haus stört.

Februar

Karnevalsgesellschaft Vorgebirgssterne, 1974

Auf 33 Jahre erfolgreichen Wirkens kann in diesem Jahr die Karnevalsgesellschaft „Vorgebirgssterne“ zurückschauen. Auf Anregung der Präsidentin des Damenkomitees „Germania“, Therese Rott, gründete Gottfried Gratzfeld mit den Mädchen und Jungen der von ihm geleiteten und seit Jahren aktiv am Weiberfastnachtszug teilnehmenden Jungkolpinggruppe eine Tanzgruppe, die ihren ersten Auftritt bei der Prunksitzung der Kolpingsfamilie im Jahre 1974 hatte. Ebenfalls aus den Reihen der Jungkolpingmitglieder ging in diesem Jahr die erste Roisdorfer Karnevalsprinzessin Marianne I. (Hamacher) hervor. Im Mai 1975 in die Organisationsform eines eingetragenen Vereins überführt, bildet die KG Vorgebirgssterne e.V. bis heute ein wesentliches Element des Roisdorfer Karnevals.

März

Der schönste Bahnhof zwischen Köln und Bonn, Anfan

„Jetzt vollends halten die zwischen Bonn und Köln laufenden Dampfwagen hier still. Also freue dich, Roisdorf, deiner lebendigeren, glänzenderen Zukunft!“ So jubelte kein Geringerer als der berühmte Dichter und Historiker Ernst Moritz Arndt im Jahre 1844, konnte er nun doch bequem mit der neueröffneten Bonn-Cölner-Eisenbahn an den aufstrebenden Kurort Roisdorf reisen, in dem er gern und häufig verweilte. Als Kurbahnhof geplant, musste der Roisdorfer Gebäude natürlich besonders prächtig gestaltet sein. Weder von ihm, noch von dem ihn umgebenden Ensemble von Kurhaus, Restauration und Hotel ist heute indes etwas zu sehen, lediglich das Kurhaus ist in den Formen des Gebäudes Ecke Bonner Str./ Brunnenallee noch zu erahnen. An der Stelle des einst schönsten Bahnhofs zwischen Köln und Bonn steht ein schlichtes Bahnhofshäuschen, das wohlwollend allenfalls als „zweckmäßig“ bezeichnet werden kann.

April

Männergesangverein „Melodia“, ca. 1952

Eine feste Größe im Roisdorfer Ortsgeschehen war über eine Reihe von Jahrzehnten bis in die 1970er Jahre hinein der Männergesangverein „Melodia“. Nicht nur untermalte der stimmgewaltige Chor Festlichkeiten im Ort und auswärts mit seinen Liedern – zu den beliebtesten gehörte „Zu Rüdesheim in der Drosselgass“ –, sondern er erfreute die Roisdorfer Bevölkerung auch regelmäßig mit seinen engagierten Theateraufführungen im Saal von „Pütze Köbes“. Als Vorsitzender wirkte lange Jahre Michael Schumacher aus der Güterbahnhofstraße. Wir sehen die „Melodia“ hier vor dem Kirchenportal gemeinsam mit ihrem Chorleiter Bäffgen aus Bornheim.

Mai

Fähnrich des JGV „Gemütlichkeit“, 1930er Jahre

In weit stärkerem Maße als heute war Roisdorf in früheren Zeiten in einzelne Teile gegliedert, so das „Dorf“ (= Brunnenstraße), die „Hött“ (= Siegesstraße), die „Bahn“ (= Bonner Straße) und das „Ovverdörp“ (= Bachgasse/ Donnerstein). Oberdorf und (Unter-)Dorf hatten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch jeweils eigene Junggesellenvereine: den „Freundschaftsbund“ und die „Gemütlichkeit“. Den stolzen Fähnrich der „Gemütlichkeit“, Johann Cronenberg, vielfach als Rheinland- und Westdeutscher Meister im Fähndelschwenken ausgezeichnet, sehen wir hier auf der Bonner Straße in einem Festzug zum 1. Mai oder zum Erntedank, wie ihn die damaligen braunen Machthaber gerne, das traditionelle Brauchtum ausnutzend, veranstalteten. Das Fähndelschwenken von Johann Cronenberg bildete noch bis in dessen reifes Alter den festlichen Auftakt zur Roisdorfer Kirmes.

Juni

Gartenansicht von Haus Wittgenstein, 1928

Herzliche Wünsche für eine baldige Genesung richtete im Jahre 1928 an einen Freund in Köln der Eigentümer der traditionsreichen Villa „Haus Wittgenstein“, Friedrich-Franz Freiherr von Proff-Irnich von Kesseler (1905-1984). Er benutzte hierfür eine Ansichtskarte mit der Gartenansicht seines Roisdorfer Anwesens, dessen oberes Gartenparterre sich darauf mit wohlgepflegten Blumenrabatten und teilweise exotischen Pflanzen präsentiert. Für die Wohnzwecke von „Landrats Fritz“, wie er – den komplizierten Namen umgehend – von den Roisdorfern genannt wurde, war die geräumige Villa indes zu groß, so dass er sie in späteren Jahren unterschiedlichen Nutzungsweisen überlies, etwa als Lager des Reichsarbeitsdienstes oder als Parksanatorium.

Juli

Jungschützen mit Prinz, 1935

Schwierige Zeiten brachen in den 1930er Jahren für die Roisdorfer Schützen an. Einzige Möglichkeit, als eigenständige Vereinigung bestehen bleiben zu können, war die Anmeldung der Mitglieder bei der Erzbruderschaft zum hl. Sebastian. Die „St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft“ war damit nun der kirchliche Verein, der er bis heute geblieben ist. Ebenfalls bis heute gilt die Regel, dass die grüne Uniform erst nach der Aufnahme des erwachsenen Schützen in die Reihe der Schützenbrüder getragen werden darf. Die „Jungschützen“, die sich hier präsentieren, trugen als äußere Zeichen daher lediglich Schützenhut, weiße Fliege und Handschuhe zum zivilen Anzug. In ihrer Mitte, mit Kette, Laubkranz um den Hut und Degen ausgezeichnet, der amtierende Schützenprinz.

August

Die schönsten Früchte des Vorgebirges, 1930er Jahr

Nach der Zurückdrängung des Weinbaus am Vorgebirge durch staatliche Maßnahmen im 19. Jahrhundert war das Vorgebirge eine ausschließlich dem Obst- und Gemüsebau gewidmete Region geworden, auf dessen fruchtbaren, sonnenbeschienenen und windgeschützten Hängen die Früchte in der Tat prächtig gediehen. Es galt indes, die Erzeugnisse entsprechend zu vermarkten, wozu die Landwirte sie bei der 1920 gegründeten Obst- & Gemüseversteigerung in standardisierten Kisten anliefern konnten. Auf unserem Bild sehen wir die Töchter des Hauses Schmidt in der Brunnenstraße (Müscher), die sorgfältig letzte Hand beim gefälligen Herrichten der rotbackigen Äpfel und feinen Birnen anlegen.

September

Männerreih mit Paias, 1928

Mit der 1891 errungenen Eigenständigkeit der Roisdorfer Pfarrgemeinde konnten die Roisdorfer auch eine eigene Großkirmes begehen, was sie vor dem Jahre 1933 noch am dritten Sonntag dieses Monats gemeinsam mit Alfter taten. Dabei waren beim öffentlichen Feiern die wenigen Buden, die es bald am sog. „Buëneplätzchen“ gab, nicht unbedingt das wichtigste. Wie auch heute ließ es sich damals schon trefflich in den einzelnen Dorfwirtschaften feiern. Ein Paias gehörte ebenfalls natürlich ebenfalls dazu, wenn, wie hier im Garten der Gastwirtschaft Schlitzer (heute Hamacher) eine sog. „Männerreih“ feucht-fröhlich auf die Großkirmes anstieß.

Oktober

„frisch – fromm – fröhlich – frei“, 1920er Jahre

Als sich im Jahre 1932 der Roisdorfer Fußballverein „Germania“ gründete – der in diesem Jahr als „TuS Roisdorf“ auf 75 erfolgreiche Jahres seines Bestehen zurückschauen kann – war dies nicht die erste sportliche Gruppierung, die sich in Roisdorf zusammengefunden hatte. Insbesondere im Rahmen der intensivierten kirchlichen Jugendarbeit gab es in den 1920er Jahren Turnerriegen. Ein besonderes stattlicher Verein war dabei offenbar der „Turn-Sport-Verein Roisdorf“, von dem sich hier ganze 64 aktive Mitglieder vor der Germaniahalle, in der sie ihre Turnübungen abhielten, ablichten ließen. Über diesen Verein ist jedoch leider, mangels erhaltener Dokumente, kaum näheres zu ermitteln.

November

Schwester Hermelanda mit braven Kindern, 1950er Ja

Der „alte“ katholische Kindergarten in der Siegesstraße galt bei vielen Roisdorfern bis zu seinem Abriss im Jahre 2006 immer noch als der „neue“, hatte er doch 1957 den noch älteren, von den Schwestern des Göttlichen Heilands im sog. „Wohlfahrtshaus“ betriebenen, abgelöst. Noch in diesem Gebäude sehen wir auf unserem Bild eine Gruppe braver Kinder beim Spielen mit bunten Holzbausteinen unter der Aufsicht von Schwester Hermelanda, der langjährigen Kindergartenleiterin. Streng in ihrem Wesen, aber voller Engagement für das Wohl der ihr anvertrauten Kinder, war sie es, die den Neubau eines nach zeitgemäßen pädagogischen Erkenntnissen gestalteten Kindergartens neben dem alten Wohlfahrtshaus energisch betrieb.

Dezember

Verkündigungsszene der Adventskrippe, ca. 1943

Als Pfarrer Matthias Ossenbrink in den Kriegsjahren 1942/ 43 daranging, als Zeichen der Hoffnung in düsterer Zeit eine neue, künstlerisch gestaltete Weihnachtskrippe für die Pfarrkirche zu beschaffen, so legte er Wert darauf, dass es nicht nur eine Krippe für die Weihnachts- und Dreikönigentage sei, sondern dass sie in lebendigen, sich wandelnden Bildern über die gesamte Advents- und Weihnachtzeit hinweg das Heilsgeschehen vermitteln könne. Die renommierte Künstlerin Johanna Lamers-Vordermayer aus Kleve schuf daraufhin unter schwierigsten Bedingungen ausdrucksstarke Figuren für die adventlichen Szenen der Verkündigung, der Heimsuchung und der Herbergssuche, die bis heute, immer wieder unterschiedlich angeordnet, an den Adventssonntagen auf das kommende Weihnachtsfest hinführen, ebenso für die Aufopferung im Tempel, welche die Weihnachtszeit beschließt.

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