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Kalender 2011

"Roisdorf wie es war"

Titelbild

Tor der Wolfsburg zur Zeit der Baumblüte, 1956

Quelle: Stadtarchiv Bornheim, Sammlung Zerlett

Während man heute die Wolfsburg in aller Regel über den vom Siefenfeldchen auf sie zuführenden Weg betritt, so erfolgte dies in früheren Jahrhunderten, als die Burg noch von Wassergräben umgeben und ebenfalls durch einen Graben in Vorburg und Haupthaus geschieden war selbstverständlich allein durch das Torhaus. Dieses befindet sich am Ende des von der Bonner Straße abgehenden „Burgs Weg“. Die schmucken Formen, in denen sich das Torhaus präsentiert, erhielt es in der Zeit nach 1721, als die Wolfsburg Eigentum der Bornheimer Burgherren von Waldbott-Bassenheim wurde. Über der Durchfahrt lag ein später als Taubenschlag genutzter Wachraum, der im Inneren noch Reste alten Stuckdekors aufweist. Bekrönt wird das Gebäude durch ein seinerzeit modisches Mansardendach, dessen Giebel an den Frontseiten nicht nur zierende, sondern durchaus praktische Funktionen haben: Bei Regen wurde das Wasser des Daches so abgeleitet, dass man das Torhaus trocken betreten und wieder verlassen konnte. Die kunstvolle schmiedeeiserne Wetterfahne auf der Dachspitze zeigt das Allianzwappen der Waldbott-Bassenheim und Wolff-Metternich. Dem verdienstvollen Bornheimer Heimatforscher Norbert Zerlett gelang die stimmungsvolle Aufnahme des Torhauses der zu seiner Zeit noch gänzlich landwirtschaftlich genutzten Wolfsburg.

Januar

Marienbildchen an der Alfterer Hofebahn, 1970er Ja

Quelle: Heimatfreunde Roisdorf

Auch heute noch stets blumengeschmückt zeigt sich an der Alfterer Hofebahn, doch noch auf Roisdorfer Gemarkung gelegen, das „Marienbildchen“, ein einfacher Holzpfahl mit Bildhalter und der Inschrift „O Maria hilf“. An dieser Stelle soll eine Frau aus Heimerzheim bei einem Marktgang zur Zeit des Ersten Weltkriegs von einem Unhold angefallen worden sein. Als die Frau die Gottesmutter um Schutz und Hilfe anflehte, kam ein Roisdorfer Bauer des Weges, der den Unhold zu verjagen vermochte, ohne dass er der Frau etwas hatte antun können. Johann Grün, auf dem Donnerstein lebender Landwirt, stiftete den Bildstock als Erinnerung an diese Errettung aus der Not.

Februar

Kindergartenkinder mit Schwester Assunta, 1963

Quelle: Mangel, Bonner Str.

Gewiss werden sich die heute in gereifterem Alter befindlichen Jungen und Mädchen gerne an ihre Kindergartenzeit mit der beliebten, weil im Vergleich zur gestrengen Schwester Hermelanda herzlich wirkenden Schwester Assunta als Erzieherin erinnern. Was unser vor dem inzwischen abgebrochenen Kindergarten in der Siegesstraße aufgenommenes Bild indes besonders macht, ist das im Hintergrund befindliche Gebäude, der Hof der Familie Rech, besser bekannt als „Müschers Haus“. Was wir hier noch samt der später abgebrochenen Scheune aus Ziegeln und dem weinberankten Torbau sehen, war bekanntlich einstmals das barocke Kontorhaus des Mineralbrunnens auf dessen Gelände in der Brunnenstraße. Im Jahre 1860 war es durch einen Brand beschädigt worden, so dass man sich am Brunnen zu einem modernen Neubau entschloss. Landwirt Schmidt (Beiname Müscher) kaufte kurzerhand das alte, aber noch stabile Fachwerkhaus, zerlegte es, baute es in der „Hött“ (Siegesstraße) wieder auf und ergänzte es zu einem stattlichen bäuerlichen Gehöft. Noch heute kann man brandgeschwärzte Balken an dem Gebäude erkennen, das zwar Denkmalschutz genießt, doch seit Jahren leer steht und damit letztlich dem Verfall preisgegeben ist. Hier sind Ideen und Initiativen dringend vonnöten, soll ein wertvolles Zeugnis der Roisdorfer Vergangenheit nicht für immer verloren gehen.

März

Mineralbrunnen zur Zeit des Pächters Wilhelm Custo

Quelle: Heimatfreunde Roisdorf

Als der Kölner Apotheker und Mineralwasserhändler Wilhelm Custor 1876 den Roisdorfer Brunnen vom Alfterer Fürsten zu Salm-Reifferscheidt pachtete, hielt moderne Technik Einzug in den damals recht vernachlässigt wirkenden Betrieb. Anstelle gescheiterter Bemühungen, den Brunnen zum Zentrum eines Kurortes zu machen, setzte man nun auf die industrielle Förderung des Mineralwassers und einen durchorganisierten Vertrieb. In unserem Bild, das Custor für eine Werbeschrift dieser Zeit verwendete, verweist ein rauchender Schlot an dem Gebäude über der Quelle auf den Einsatz neuer, mit Dampf betriebener Abfüllanlagen. „Nach und nach zeigte sich der Erfolg dieser Arbeit“, resümierte Custor später zum 25-jährigen Betriebsjubiläum im Jahre 1901: „Das Geschäft hob sich von Jahr zu Jahr und festigte sich immer mehr. Ein Neubau nach dem anderen musste errichtet werden, um die nötigen Räume für die stets sich mehrende Zahl der Arbeiter zu schaffen und den wachsenden Anforderungen des Geschäfts zu genügen.“

April

Junggesellenverein auf Haus Wittgenstein, ca. 1901

Quelle: Berrisch, Schussgasse

Aufzeichnungen über den Roisdorfer Junggesellenverein bzw. die hiesigen Junggesellenvereine vor dem 20. Jahrhundert – ein erster Beleg stammt aus den 1790er Jahren – haben sich leider nicht erhalten. Das hier vorliegende Bild dürfte damit das älteste fotografische Zeugnis für einen solchen Verein darstellen. Zwar ist es nicht datiert, doch erlaubt ein Vergleich mit dem bekannten, an exakt derselben Stelle, nämlich vor der Remise bzw. dem sog. „Eishaus“ von Haus Wittgenstein aufgenommenen Foto der Teilnehmer der letzten Weinlese des Jahres 1901, unser Bild als um diese Zeit angefertigt zu bestimmen. Offenbar hatten die Junggesellen, die sich dort mit ihrem Fähnrich im Sonntagsstaat und mit dem Bierglas in der Hand präsentieren, samt Kornkapelle einen Zug durch den Ort unternommen, wie dies in ähnlicher Weise auch heute beim Maifest bzw. an den Kirmestagen üblich ist. Vielleicht kann jemand noch den einen oder anderen der Abgebildeten als seinen Vorfahren identifizieren.

Mai

Marienaltar der alten Pfarrkirche, Mitte 1950er Ja

Quelle: Pfarrarchiv St. Sebastian

In den 1950er Jahren empfand man den Marienaltar der Pfarrkirche St. Sebastian nicht mehr als zeitgemäß. Die reich verzierten neuromanischen Altaraufbauten und die große Marienfigur aus Stuck mussten daher weichen. Nach der Neugestaltung präsentierte sich der Marienaltar wesentlich schlichter, doch auch weit kostbarer: Über der Altarmensa war nun ein blauer Samtvorhang angebracht. Auf einer Konsole, einer – wohl aus dem Heiligenhäuschen des ehemaligen Siechenhauses stammenden – Altarplatte, befand sich nun, von zwei barocken, im Maßstab nicht unbedingt passenden Engelchen umschwebt, die uralte Figur der Madonna mit Kind. Diese hatte bereits zur Ausstattung der ersten Roisdorfer Kapelle von 1773 gehört: Es handelte bzw. handelt sich bei ihr um die vorzügliche Arbeit einer Kölner Werkstatt der Zeit um 1500. Der Bildhauer hat es verstanden, in der Darstellung der Gottesmutter die Merkmale der makellosen Jungfrau, der Himmelskönigin, der „neuen Eva“ und der „apokalyptischen Frau“ harmonisch miteinander zu vereinen. Die Geste der Berührung des Fußes des Kindes und dessen Nacktheit betonen den Leib Christi, verleihen damit der Darstellung, für uns heute nur noch schwer lesbar, einen ausgeprägt eucharistischen Charakter. Nur etwa 15 Jahre, bis zur Aufgabe der alten Pfarrkirche 1969, sollte der neu gestaltete Marienaltar Bestand haben. Selbstverständlich wurde die spätgotische Marienfigur später in die neue Pfarrkirche St. Sebastian übernommen, wo sie auch heute zum betrachtenden Gebet einlädt.

Juni

Kreis Obst- und Gemüseversteigerung Vorgebirge, 19

Quelle: Stadtarchiv Bornheim, Fotoarchiv Trümpener

Die im Jahre 1920 gleich bei dem Roisdorfer Güterbahnhof eingerichtete genossenschaftliche Kreis Obst- und Gemüseversteigerung hatte für die wirtschaftliche Entwicklung des gesamten Vorgebirges enorme Bedeutung, erlaubte sie doch eine effektivere Vermarktung der Agrarprodukte unter eigener Kontrolle der Erzeuger. Vor die diversen Hallen und Verwaltungsgebäude des Versteigerungsgeländes setzte man im Jahre 1926 eine Schaufassade, in deren Mitte sich die Zufahrt zum Händlerbereich mit elektrischer Versteigerungsuhr befand. Die mächtige Ziegelsteinfassade war mit ihren differenziert vorgelagerten und zurückspringenden Teilen keine reine Zweckarchitektur, vielmehr ambitionierte Repräsentationsarchitektur im Stil des Expressionismus – vergleichbar den in der gleichen Zeit errichteten Messehallen in Köln-Deutz oder den Hallen der Konservenfabrik Seidel in Sechtem. Auch wenn ihr nicht der Status eines architektonischen Denkmals zuerkannt wurde, so ist die Fassade doch für unser Ortsbild prägend. Sollte sie – was durchaus droht – abgerissen werden, um sie durch einen beliebigen Neubau zu ersetzten, so verlöre Roisdorf entschieden an Identität. Engagement und Kreativität sind bei der Suche nach Alternativlösungen gefragt.

Juli

Ausflug des Kirchenchors mit Damen, ca. 1910

Quelle: Pfarrarchiv St. Sebastian

Im Jahre 1890 taten sich acht sangeskräftige Roisdorfer Männer und Jünglinge unter der Leitung des Lehrers Johann Heister – wir sehen ihn ganz rechts auf unserem Bild – zum Kirchenchor zusammen. Als dann im Herbst 1891 Roisdorf zur eigenständigen Pfarrei erhoben wurde, konnte der „Gesang-Verein Cäcilia“, dem sich inzwischen weitere Mitglieder angeschlossen hatten, die Festlichkeiten bereits durch seine Gesänge verschönern. Mehrstimmige Messen kamen fortan an besonderen Fest- und Feiertagen zur Aufführung, etwa beim jährlichen Kirmesfest. Selbstverständlich beteiligte man sich auch an besonderen weltlichen Anlässen im Ort (Vereins- und Betriebsjubiläen, Kaisers Geburtstag). Wichtig war darüber hinaus – wie dies auch heute noch gilt – die im Verein gepflegte Geselligkeit: Seit der Gründungszeit unternahm man gemeinsame Ausflüge, gern an Rhein und Ahr, an denen auch Damen, denen die aktive Mitwirkung im Chor bis in die 1940er Jahre hinein verwehrt sein sollte, teilnehmen konnten. Noch nach Jahrzehnten erinnerten sich die frühen Chormitglieder schmunzelnd an diese Ausflüge, die offenbar in aller Regel recht feucht-fröhlich und ausgelassenen endeten – wovon auf unserem Bild der Zeit um 1910 allerdings nichts zu bemerken ist.

August

Aussichtsturm auf dem "Heimatblick", Mitte 1920er

Quelle: Maucher, Südstr.

Aus dem Ort Winterstettenstadt bei Biberach an der Riß hatte es den Kunst- und Handelsgärtner Anton Maucher an den Rhein verschlagen. In Alfter kaufte er landwirtschaftliches Gelände nebst Haus mit Garten und heiratete er ein einheimische Mädchen. Experimentierfreudig, wie er war, ging er daran, den Niederwald auf den Vorgebirgshöhen zu roden, um dort Erdbeerkulturen anzulegen. Da diese allerdings nur in den ersten Jahren gut gediehen, kam er auf die Idee, sie durch Kulturen von Brombeeren zu ersetzen, die hinsichtlich des Bodens geringere Ansprüche stellten. Auf der höchsten Stelle des Geländes, von wo aus man seit jeher einen unvergleichlichen Blick auf die heimatliche rheinische Landschaft genießen konnte, errichtete er aus den Stämmen und Wurzelstöcken der abgeholzten Bäume einen Turm, dessen unterer Teil eine kunstvoll gestaltete Laube bildete, während man zum oberen, als Aussichtsplateau genutzten Teil über eine Leiter gelangen konnte. Unser Bild aus der Mitte der 1920er Jahre zeigt Anton Maucher u.a. mit seinem Sohn Theo sowie dem Sohn Wilhelm, dessen legendärer Brombeerwein „Rebellenblut“ später die Attraktion des an der selben Stelle befindlichen, heute leider geschlossenen Ausflugslokals „Heimatblick“ bilden sollte.

September

Empfang des Kriegsheimkehrers Heinrich Boos, 1953

Quelle: Pindol, Aachener Str.

Die Großkirmes des Jahres 1953 hatte einen besonderen, unverhofften Höhepunkt: Wie ein Lauffeuer hatte sich die Nachricht herumgesprochen, dass Heinrich Boos nach Hause kommen sollte, der bereits seit 1943 in russischen Kriegsgefangenenlagern in Sibirien, im Ural und am Schwarzen Meer hatte Zwangsarbeit hatte leisten müssen. Zu seinem ehrenden Empfang stand am Roisdorfer Bahnhof eine große Menschenmenge samt Musikkapelle bereit. Im offenen Wagen chauffierte man ihn zu seiner Wohnung in der Brunnenstraße durch die mit Fähnchen geschmückten Straßen, derweil die Glocken läuteten. Fast erdrückt von der sich mit ihm und seiner Familie freuenden Menschenmenge wirkt auf unserem Bild der hinter seinem mächtigen Blumenstrauß fast verschwindende Heimkehrer, als ein Wagen vor dem haus Rech auf der Bonner Straße anhält. Heinrich Boos sollte einer der letzten aus der Kriegsgefangenschaft nach Roisdorf heimkehrenden Soldaten sein. Auf die Rückkehr oder wenigstens die Todesnachricht von 23 vermissten jungen Männern warteten deren Angehörige letztlich vergebens.

Oktober

Restauration Peter Wirtz in der Siegesstraße, Anfa

Quelle: Recht, Siegesstr.

Als „Wohlfahrtshaus“, als Kloster des Ordens der „Töchter des Göttlichen Heilands“, in dem sich einst der Kindergarten befand, in dem kirchliche Jugendarbeit betrieben wurde und in dem auch einige Senioren lebten, das somit als Vorgänger des heutigen „Seniorenhauses St. Josef“ gelten kann, kennt noch manch älterer Roisdorfer dieses einst an der Stelle des heutigen Feuerwehrhauses in der Siegessstraße gelegene Gebäude. Daran, dass es vor seiner Zeit als „Wohlfahrtshaus“ als Gaststätte gedient hatte, erinnerte bis zum Abbruch im Jahre 1962 der ehemalige Tanzsaal im rückwärtigen Bereich, den man noch lange als Turnhalle, als Ort für weihnachtliche Aufführungen der Kindergartenkinder und Ähnliches nutzte. Unser Bild zeigt die stattliche Gastwirtschaft des Peter Wirtz – nur eine von wenigstens sieben Roisdorfer Gastwirtschaften dieser Zeit – noch vor dem Umbau der Mitte der 1920er Jahre.

November

"Segnender Christus" am "Heiligen Grab", 1954

Quelle: Stadtarchiv Bornheim, Fotoarchiv Trümpener

Hatte bereits Anton Maucher das sagenumwobene sog. „Heilige Grab“, einen vorzeitlichen Grabhügel beim späteren „Heimatblick“, mit Kiefern gekennzeichnet, so ging sein Sohn Wilhelm, der als „Vorgbirgsrebell“ bekannt werden sollte, gleich nach Ende des Zweiten Weltkriegs daran, dort die Statue des „Segnenden Christus“, geschaffen von dem der Familie Maucher seit langem verbundenen Bonner Bildhauer Jakobus Linden, aufzustellen. Der Christ und Pazifist Wilhelm Maucher schilderte selbst ausführlich Umstände und Motivation der Aufstellung: „Diese Christusstatue wurde errichtet im Jahre 1945 zum Dank für Errettung aus den großen Kriegsnöten. Sie wurde am ersten Sonntag im Oktober 1945 vom hochwürdigen Herrn Dr. Daniels aus dem Priesterseminar in Bonn unter Beisein von 50-60 Freunden und Bekannten unserer Familie feierlichst gesegnet und eingeweiht. Die Einweihungsworte waren die, wenn wieder christliche Zeichen im öffentlichen Leben entstehen, statt heidnische gottlose Propaganda, wird es wieder eine bessere Zukunft für alle Völker und Rassen geben.“ In den 1970er Jahren gestaltete Maucher den steilen, vom Alfterer jüdischen Friedhof zum „Segnenden Christus“ hinaufführenden Weg zum „Friedensweg“ aus, der, nachdem er im Jahre 2009 akut in seinem Bestand bedroht wurde, nun unter der Obhut des Vereins Haus der Alfterer Geschichte steht.

Dezember

Siegesstraße mit altem Bahnhöfchen, 1956

Quelle: Hamacher, Friedrichstr.

Als im Jahre 1897 die Vorgebirgsbahn eingeweiht wurde, die man im Volksmund wegen der Rauchentwicklung und des Funkenflugs als „Feurigen Elias“ bezeichnete, befuhr diese noch nicht die erst im Jahre 1929 fertig gestellte Trasse der heutigen Linie 18. Sie nahm vielmehr – von Bornheim kommend – ihren Weg über die Bonner Straße, bevor sie an der Siegesstraße über die Friedrichstraße bis zur Brunnenallee geleitet wurde, in diese dann einbog, um schließlich am Brunnen in Richtung Alfter zu schwenken. Einen kleinen Bahnhof errichtete man an der Ecke Siegesstraße/ Friedrichstraße, ihm gegenüber die Bahnhofsgaststätte Schlitzer samt Wartesaal. Als man im Winter des Jahres 1956 aus einem Fenster im ersten Stock der inzwischen von der Familie Hamacher betriebenen Gastwirtschaft die Siegesstraße fotografierte, lichtete man eher zufällig auch den Giebel des vormaligen Bahnhöfchens ab, das leider auf keinem einzigen bekannten Foto zur Gänze zu sehen ist. Unbeachtet verschwand das Gebäude wenige Jahre später, ebenso wie die anderen gleich oder ähnlich gestalteten Bahnhöfchen der Vorgebirgsbahn, deren vor einigen Jahren in Waldorf zusammengestürztes Exemplar noch manchem deutlich vor Augen stehen dürfte.

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